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Etwas andere Hörbücher

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Ein starkes Duo: Stumph & Tochter

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Vom Urknall bis heute

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Von Edgar Bauer, dpa  |  15.05.2008  | Netzcode: 51372708
Bonn

Die Vielfalt in der Natur schwindet

UN-Naturschutzkonferenz in Bonn soll globales Artensterben bremsen

Bonn. Neben dem Klimawandel gilt das Artensterben als zweite große globale Umweltherausforderung unserer Zeit. Zu der weltweit größten und bedeutendsten Naturschutzkonferenz des Jahres vom 19. bis 30. Mai wollen rund 5000 Teilnehmer nach Bonn kommen. Die UN-Konferenz mit Regierungsvertretern aus 190 Ländern soll ein Zeichen setzen im Kampf gegen die fortschreitende Vernichtung der Natur. Dazu zählt vor allem die ungebremste Zerstörung der Urwälder mit hoher Artenvielfalt.

Das Bild der Umweltschutzorganisation WWF zeigt
Das Bild der Umweltschutzorganisation WWF zeigt illegale Abholzung eines Waldgebietes in Sumatra (Indonesien).
Auf der Konferenz wird beraten, wie die weitere Zerstörung von Wäldern und Meeren aufgehalten werden kann und wie das finanziert werden soll. Zudem sollen Regelungen für den Zugang und die gerechte Verteilung des Nutzens aus der genetischen Vielfalt von Pflanzen gefunden werden. All dies ist umstritten, nicht wegen wirtschaftlicher Interessen.

Die Zeit drängt: Die Vorgaben einer vorangegangen UN-Naturschutzkonferenz und des Weltgipfels von Johannesburg (2002) lauten, die Verlustrate an biologischer Vielfalt bis zum Jahr 2010 "signifikant zu reduzieren". Der Verlust soll im Tempo also wenigstens abgebremst werden - ihn zu stoppen, das geht schon nicht mehr.

Auch der Biosprit, der Treibstoff vom Acker, dürfte nicht nur wegen der ökologischen Folgen des immer mehr ausgeweiteten Anbaus sondern wegen der Explosion der Nahrungsmittelpreise und bedrohter Lebensmittelproduktion ein Thema werden. Erstmals sollen auch Ergebnisse einer internationalen Studie über die weltwirtschaftlichen Kosten der Naturzerstörung vorgestellt werden, die von der Bundesregierung in Auftrag gegeben wurde.

Die Zahl der vom Aussterben bedrohten Arten hat
Die Zahl der vom Aussterben bedrohten Arten hat vor allem in den vergangenen zehn Jahren zugenommen. Grafik: dpa
Der offizielle Name der Konferenz lautet: 9. Vertragsstaatenkonferenz des Übereinkommens über die biologische Vielfalt. Das Übereinkommen (Convention on Biological Diversity/CBD) wurde auf dem Erdgipfel von Rio de Janeiro 1992 beschlossen. Zusammen mit der Klimarahmenkonvention und der Wüstenkonvention gehört die CBD zu den drei Abkommen von Rio, mit denen sich die Staaten zu einem globalen Umwelt- und Naturschutz verpflichteten.

Völkerrechtlich bindend



Die UN-Naturschutzkonferenz - so der offizielle Titel der Bundesregierung - soll die Weichen stellen für ein völkerrechtlich bindendes Vertragswerk, das dann in zwei Jahren in Japan beschlossen werden könnte. Da Beschlüsse einstimmig getroffen werden müssen, ist mit zähen Verhandlungen zu rechnen. Bisher blieb es meist bei hehren Erklärungen, und auf acht Konferenzen gab es nur bescheidene Fortschritte.

Umwelt- und Entwicklungsorganisation fordern zum Handeln auf. Die reicheren Länder müssten endlich ihre finanziellen Verpflichtungen für die beschlossenen Maßnahmen erfüllen, sonst würden ärmere Länder auch weiter Fortschritte blockieren.

Eine genveränderte Sojapflanze in Brasilien.
Eine genveränderte Sojapflanze in Brasilien. Bild: dpa
Vom Erhalt der biologischen Vielfalt (Biodiversität) und ihrer nachhaltigen Nutzung hängt das künftige Leben auf der Erde unmittelbar und entscheidend ab. Die Biodiversität - dazu zählt auch die Agrarvielfalt - umfasst alle Arten von Lebewesen, auch ihre Gene. Sie liefern Rohstoffe, Nahrung, Arzneimittel und sorgen für funktionierende Ökosysteme.

Der alarmierende Artenschwund raube der Menschheit auch die Schlüssel zur Entwicklung lebensrettender Medikamente, warnte das UN-Umweltprogramm (UNEP) in einer Studie. In der Artenvielfalt sei auch eine "medizinische Schatzkiste" für mögliche neue Antibiotika, Schmerzmittel oder Krebsmedikamente verborgen.

Art der Nutzung



Neben dem direkten Schutz der Vielfalt sind auch die Art der Nutzung sowie der Zugang zu genetischen Informationen und ein "gerechter Ausgleich" für Vorteile oder Profite aus diesem Zugang in der Diskussion. Nach den CBD-Regelungen sollen Entwicklungsländer davon profitieren, wenn etwa aus Regenwald-Pflanzen neue Arzneimittel gewonnen werden. Ärmere Länder sind auf den Erhalt der Tier- und Pflanzenvielfalt als Existenzgrundlage angewiesen. Das gilt in besonderem Maße für sogenannte indigene Völker, die bei der CBD ausdrücklich ein Mitspracherecht haben.


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