24.07.2008, 18:59 Uhr
(AFP)
Obama ruft in Berlin zu neuem Geist der Zusammenarbeit auf
"Dies ist unser Moment. Dies ist unsere Zeit."
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Begeisterung für Obama © DDP/AFP / Michael Kappeler |
Vor mehr als
200.000 Menschen hat
US-Präsidentschaftskandidat Barack Obama in Berlin die
Völker der Welt zu einem neuen Geist der Zusammenarbeit
aufgerufen und dabei auch mehr deutsches Engagement für
den Anti-Terror-Einsatz in Afghanistan verlangt. An der
Siegessäule sagte der US-Demokrat: "Dies ist unser
Moment. Dies ist unsere Zeit." Eine neue Generation
müsse der Geschichte ihren Stempel aufdrücken.
Dies gelte für den Klimaschutz ebenso wie für den
Kampf gegen den Terrorismus: "Amerika kann das nicht allein."
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Obama vor der Siegessäule © DDP/AFP / Michael Kappeler |
Mit den
Worten "Völker der Welt, schaut auf Berlin"
erinnerte Obama an 1948/49, als die Stadt von den Alliierten
über eine Luftbrücke versorgt wurde. Europa und
die USA müssten den Geist, der damals herrschte, wieder
beschwören. Zwischen Europa und den USA gebe es
durchaus Meinungsverschiedenheiten, sagte der Kandidat um
die Nachfolge von US-Präsident George W. Bush. Doch die
gemeinsame Last globaler Aufgaben verbinde.
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Obama-Fan vor der Siegessäule © DDP/AFP / Michael Gottschalk |
Mit Blick auf
den Anti-Terror-Kampf hob Obama hervor: "Dies ist der
Augenblick, in dem wir unsere Entschluss erneuern
müssen, die Terroristen zu verjagen, die unsere
Sicherheit in Afghanistan bedrohen." Er fügte
hinzu: "Das afghanische Volk braucht unsere Truppen und
Ihre Truppen; unsere Unterstützung und Ihre
Unterstützung, um die Taliban und El Kaida zu besiegen,
seine Wirtschaft zu entwickeln und beim Wiederaufbau seiner
Nation zu helfen."
Obama
würdigte Berlin als die Stadt, "wo eine Mauer fiel,
ein Kontinent sich vereinigte und der Lauf der Geschichte
bewies, dass keine Herausforderung zu groß ist für
eine Welt, die zusammensteht". Heute sei die
größte Gefahr, dass neue Mauern die Völker
voneinander trennten. Die Mauern zwischen Reich und Arm,
zwischen Rassen und Ethnien, zwischen Einheimischen und
Migranten, zwischen Christen, Moslems und Juden dürften
nicht stehenbleiben. "Jetzt sind dies die Mauern, die
wir einreißen müssen."
Auch bei Obamas Treffen
mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und
Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) ging es am
Donnerstag um die transatlantische Zusammenarbeit und die
Zukunft Afghanistans. Steinmeier erläuterte dem
US-Senator das deutsche Engagement in Afghanistan und
betonte die notwendige Verbindung von zivilem Wiederaufbau
und militärischer Absicherung.
© 2008 AFP