Von (vok)  |  24.07.2008  | Netzcode: 1472230
Weiden

Bauausschuss setzt deutliches Zeichen

Klare Mehrheit für Edeka-Generationen-Markt - OB Seggewiß: Gelände jetzt ein Schandfleck

Weiden. (vok) Die Hürde im Bauausschuss ist genommen. Am Montag ist der Stadtrat dran. Dann steht fest, ob das Genehmigungsverfahren für den an der Neustädter Straße geplanten Edeka-Generationen-Markt auf den schnellstmöglichen Weg gebracht wird.

Alles deutet darauf hin. Mit acht zu drei Stimmen sprachen sich die Mitglieder des Bauausschusses in Anwesenheit von Investor Michael Fritsch für die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans aus. Nur CSU-Fraktions-Vize Hans Hiermaier war strikt gegen das Projekt. Er sieht eine Gefährdung von Geschäften sowohl in der Innenstadt als auch in den Stadtteilen. "Wenn wir den Markt haben, sind wir modern. Aber alles andere ist platt."

Franz Baierl (CSU) und Dr. Stefan Helgath stimmten zwar dagegen, aber nicht grundsätzlich. Sie wollten ein Raumordnungsverfahren voranstellen, um zunächst die landesplanerische Beurteilung zu erhalten.

Die anderen Stadträte drückten aufs Tempo. Zu viel Zeit sei schon verloren gegangen. Bereits Ende September vergangenen Jahres hatte die "E.F. Project Management GmbH" eine Antrag auf Vorbescheid gestellt.

Jetzt sei das Gelände ein Schandfleck, sagte OB Kurt Seggewiß. Ihm werde jedes Mal schlecht, wenn er daran vorbeifahre. Der Stadtrat müsse deutlich machen, dass er das Projekt unbedingt will. "Dann werden wir ja sehen, was die Regierung sagt." Die äußert bisher in erster Linie Bedenken gegen den dezentralen Standort. Eingekauft werde mit Autos, sagte CSU-Fraktions-Vize Alois Lukas. Man müsse ein Zeichen setzen. Edeka sei bekannt für "gute Angebote aus der Region für die Region". Der Markt werde Konkurrent für die Discounter, nicht für die mittelständischen Kleinunternehmer. Die Innenstadt sei nicht gefährdet.

Dr. Lutz Rittmann ("Ob wir den Markt brauchen, ist egal, aber er schadet nicht") sagte, Weiden müsse nicht dadurch berühmt werden, dass man zwei Jahre brauche, um etwas auf den Weg zu bringen. Karl-Heinz-Schell (Freie Wähler) dankte dem OB für die klaren Worte an die Regierung. Und Dr. Helgath sprach von einem "Nullsummenspiel": "Einer frisst den anderen."


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