Lichtblick: Operationsmethoden immer ausgefeilter - Fortbildung mit Chefarzt und vier Oberärzten
Weiden. (ir) Die Wirbelsäule ist ein diffiziles Gebilde. Wird sie verletzt oder verliert sie im Alter an Stabilität, wird es für den Betroffenen meistens sehr schmerzhaft. Über ausgeklügelte Operationsmethoden - vom Hals- bis zum Lendenwirbel - informierten Chefarzt Dr. Thomas Neubauer-Gartzke und vier Oberärzte von der Unfallchirurgie des Klinikums beim Fortbildungsabend des Ärztlichen Kreisverbands im voll besetzten Gustav-von-Schlör-Saal.
Mit den Halswirbelkörpern, die bei Unfällen sehr häufig in Mitleidenschaft gezogen würden, beschäftigte sich Dr. Neubauer-Gartzke. Besonders Frakturen des Atlas und des Atlasbogens müssten bei mehrfach verletzten Unfallopfern häufig versorgt werden. Mit der sogenannten Magerl-Verschraubung könne eine Stabilisierung erreicht werden.
Implantat statt Bandscheibe
Häufigste Operationsmethode sei die ventrale Spondylodese. Bei dieser Versteifungsoperation müsse die Bandscheibe meistens ausgeräumt und durch ein Implantat aufgefüllt werden. Erfreulich sei, dass die Operationsmethoden und die industriell gefertigten Hilfsmittel immer ausgereifter seien. Die Zahl der Patienten mit Wirbelsäulenschäden nehme jedoch auch beständig zu.
Auf die Gefahr des Übersehens von Brüchen der Wirbelsäule im Brustbereich wies unter anderem Oberarzt Dr. Zakaria Abo-Mostafa hin. Die Frakturen machten manchmal keine großen Beschwerden. Neurologische Ausfälle wie Lähmungen oder Empfindungsstörungen sollten daher genau beobachtet werden.
Von (ir) |
25.07.2008
| Netzcode: 1473929
Weiden
Das Kreuz mit den kaputten Wirbeln
Lichtblick: Operationsmethoden immer ausgefeilter - Fortbildung mit Chefarzt und vier Oberärzten
Im höheren Lebensalter genüge oft schon ein harmloser Sturz, um einen Bruch der Lendenwirbelsäule auszulösen, erläuterte Oberarzt Dr. Libor Mada. Im übrigen seien Männer zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr am häufigsten von Frakturen der Lendenwirbel betroffen. Oftmals auch durch Sportunfälle.
Mit Brüchen im Beckenbereich, die meistens durch den Aufprall auf fest stehende Hindernisse hervorgerufen würden, befasste sich Oberarzt Klaus Endres. Häufig seien die Unfallopfer auch lebensbedrohlich mehrfach verletzt, und der Zeitfaktor spiele eine große Rolle. Beckenschaufeln könnten sich regelrecht gegeneinander verschieben, wusste der Unfallchirurg. Früher mussten sie dann aufwendig außerhalb des Körpers stabilisiert werden. Inzwischen werde der Fixateur unter der Haut eingebracht. Die Wiederherstellung des Beckenrings sei das erklärte Ziel.
Schnelle Wiederherstellung
Besonders bei Brüchen, die durch Osteoporose bedingt sind, stelle die Ballon-Kyphoplastie eine sehr gute Operationsmöglichkeit dar. Der minimal-invasive Eingriff, der die Zementzuführung und Stabilisierung durch einen Ballon regelt, ermögliche eine schnelle Wiederherstellung des Patienten, erläuterte Leitender Oberarzt Dr. Markus Ring. Der Zugang zum Wirbelkörper erfolge unter genauer Bildbeobachtung. Da ein gebrochener Wirbel meistens weitere Brüche nach sich ziehe, sollte möglichst frühzeitig behandelt werden. Die Kernspintomographie hielt der Referent für sehr hilfreich bei der Diagnose. Aber auch die Computertomographie habe ihren Stellenwert, besonders bei Herzschrittmacherpatienten.
Kreisverbandsvorsitzender Dr. Wolfgang Rechl lobte die präzisen Vorträge des Referententeams. Chefarzt Dr. Neubauer-Gartzke bedankte sich bei der Firma Medtronic (Kyphon) für die organisatorische Ausrichtung der Fortbildungsveranstaltung.
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