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Von Helmut Kunz  |  19.08.2008  | Netzcode: 1504972
München

Mit angezogener Spaßbremse

Tanzen verboten: Gitarren-Legende Eric Clapton spielt auf dem Münchner Königsplatz gegen die Fadheit an

Man darf die Schuld nicht den Münchnern in die Schuhe schieben: Dass am Sonntagabend auf dem Königsplatz nicht die ganz große Stimmung aufkommt, liegt eher an den Ordnungskräften. Wenn einer wie Eric Clapton sein "Cocaine" über die halbe Innenstadt bläst und der gewaltige Phonsturm bis zur Feldherrenhalle fegt, dann gibt es eben Leute, die auch mal vor der Bühne abtanzen wollen. Und es tut der Atmosphäre eines Rockkonzerts einfach nicht besonders gut, wenn aufgeheizte Stimmungsmacher abgeblockt und zu den Stühlen zurückgeschickt werden. Zumal es sich bei "Cocaine" um den letzten Song vor der Zugabe handelt und die beiden Limousinen schon längst vorgefahren sind, die Eric "Slowhand" Clapton und Band möglichst flott in Sicherheit bringen sollen.

Kaum Hits im Programm



Mega-Songs, wie "I Shot The Sheriff", "After Midnight" oder "Knockin' On Heaven's Door" machen einen Clapton-Gig erst richtig rund - aber solche Nummern werden schmerzlich vermisst an diesem Abend. Das Konzert ist gut gemacht, keine Frage. Clapton spielt brillant. Aber über weite Strecken plätschert das Ganze halt nur brav dahin. Mangels Mitklatschern stellenweise "a wengerl fad", wie der Oberpfälzer sagen würde.

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Kommentare
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Meine Meinung
RD (195.93.x.x)  |  20.08.2008 22:20 Uhr

Also das Konzert plätscherte bei weitem nicht dahin. Vielleicht sollte man sich auch einmal überlegen, dass es Einen oder so Manchem treffend im absoluten Konzertgenuss stört, wenn mancher Besucher sich in seinen Mittelpunkt rückt und tanzen will, dies laustark auch noch bekundet, mit seinen Freunden lautstark darüber diskutiert und die, die den Virtuosen auf der Bühne in erstklassiger Aktustik erleben wollen, immens stört. Dazu gibt es andere Tanztempel als den Königsplatz , oder wollteman einfach mit einer günstigeren Karten (wie live erlebt) sich unverschämt nach ganz vorne ohne Kontrolle bewegen? Clapton hatte in München ein Problem und das waren nicht die Ordner die die Leute nicht tanzen ließen, dazu war auch bei knapp 20.000 schon mal kein Platz vorhanden! Sondern er haderte mit der Tatsache, dass er nur bis 22Uhr pünktlich Musik machen durfte, mitten in der Landeshauptstadt. Deswegen musste er in das Auto und zurück ins Hotel. Zu bemerken die einzigartige Kulisse dieses Königs Platzes, der junge Dylan der ein Vorkonzert ablieferte, dass beeindruckte und dieserer klar in die Fußstapfen des Vaters tritt. Ein Spitzenkonzert an einem leicht regnerischen Sommerabend, dass - wie auch geschrieben - zeigt, dass Clapton zu den Größten im Musikbusiness gehört.


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