28 MS-Kranke aus ganz Deutschland präsentieren ab 2. November ihre Werke in Weiden
Weiden. (ps) "Weiden könnte durchaus zur Initialzündung werden." Susanne Kempf, Betreiberin der PR-Agentur Anis, gerät geradezu ins Schwärmen, wenn sie an die bevorstehende Ausstellung denkt. 28 MS-Kranke aus der gesamten Bundesrepublik werden ab 2. November ihre Werke im Neuen Rathaus präsentieren. Die Resonanz auf Susanne Kempfs Aufruf war so stark, dass sie bereits an weitere Ausstellungen denkt, verrät sie im NT-Interview.
Eine Ausstellung nur mit Werken von MS-Kranken dürfte bisher ziemlich einmalig sein. Wie kam es zu dieser Idee?
Susanne Kempf: In unserer Region ist es sicher einmalig. Aber ich habe die Idee aufgegriffen, als ich 2007 von einer ähnlichen Veranstaltung in Rottendorf las. Mein erster Gedanke war, diese Ausstellung könnte man auch nach Weiden holen. Aber dann dachte ich mir: Warum nicht selbst so etwas organisieren?
Das erfordert sicher ziemlich viel Einsatz.
Kempf: Das stimmt. Außerdem war die Resonanz am Anfang recht schwach. Da wollte ich nur MS-Kranke aus der Region dazu animieren, ihre Werke zu zeigen. Ich habe Plakate bei Ärzten in Weiden und Regensburg aufgehängt, bekam aber nur eine Rückmeldung.
Was brachte den Durchbruch?
Kempf: Der gute Kontakt zu der Pharmafirma, die mein Interferon herstellt. Sie haben in ihrem Internet-Newsletter auf die geplante Ausstellung hingewiesen und auf einmal ging's bei mir ganz schön rund. 40 Rückmeldungen trafen ein, 27 davon habe ich ausgewählt.
Von (ps) |
28.08.2008
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Weiden
Ausstellung gibt neuen Schwung
28 MS-Kranke aus ganz Deutschland präsentieren ab 2. November ihre Werke in Weiden
Warum die Begrenzung?
Kempf: Ich will nicht nur von jedem MS-Kranken ein Bild zeigen, sondern drei bis fünf. Der Platz im Neuen Rathaus ist aber begrenzt, so dass ich die Zahl der Beteiligten einschränken musste.
Schade für die Interessenten, denen Sie absagen mussten.
Kempf: Das stimmt. Die Idee mit der Ausstellung hat bei vielen MS-Kranken Begeisterung ausgelöst, den Elan gesteigert und Selbstbewusstsein vermittelt. Das zeigen mir die Reaktionen. Deshalb denke ich daran, im nächsten Jahr eine ähnliche Ausstellung zu gestalten. Es gab auch schon eine Anfrage aus Nürnberg. Weiden könnte durchaus zur Initialzündung werden.
Die beteiligten Hobby-Künstler stammen ja inzwischen aus dem gesamten Bundesgebiet.
Kempf: Acht Bundesländer sind vertreten. Die meisten Teilnehmer kommen aus Baden-Württemberg. Aber auch Berlin, Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hessen und natürlich Bayern sind vertreten.
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Ausstellung gibt neuen Schwung
28 MS-Kranke aus ganz Deutschland präsentieren ab 2. November ihre Werke in Weiden
Wie ist die Beteiligung aus der Nordoberpfalz?
Kempf: Wir sind mit fünf Frauen vertreten. Astrid Maier aus Vohenstrauß, Claudia Walberer aus Pressath, Bettina Reger aus Plößberg und aus Weiden sind Christa Thiem und ich dabei. Außerdem kommen zwei Teilnehmer aus Regensburg.
Sie sind selbst von MS betroffen. Wie kamen Sie zur Malerei?
Kempf: Das war purer Zufall. Die Krankheit hat sich bei mir auch an den Händen bemerkbar gemacht, durch Spannungsgefühl und zeitweise Unbeweglichkeit. Meine Mutter hat mir vor drei Jahren geraten: Probier's doch mal mit Malen. Das hab' ich getan. Ich war nicht nur völlig perplex, dass ich malen kann. Es tut meinen Händen tatsächlich gut. Da lösen sich alle Verspannungen, der Kopf wird frei und ich betrachte es auch als Sport für meine Hände.
Das heißt, Sie schöpfen aus der künstlerischen Arbeit neue Kraft?
Kempf: Ja. Hinterher sprudeln bei mir die Ideen. Ich gehe mit ganz anderer Power an den Schreibtisch.
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Sie haben auch einige Förderer, die diese Ausstellung unterstützen.
Kempf: Da muss ich zuerst Claudia Burghofer von der Adler-Apotheke nennen und dann den Rotary-Club Weiden, der sich dem Thema als Service-Club verpflichtet fühlt.
Wie viele Werke werden in der Ausstellung zu sehen sein?
Kempf: 110 bis 120 Bilder werden es sicher. Sehr schön ist auch, dass sich von den 28 Beteiligten inzwischen 20 zur Vernissage angemeldet haben. Alle vier Pharmafirmen, die Interferon herstellen, werden außerdem mit Info-Ständen vertreten sein und über ihre Patientenbetreuungsprogramme informieren. Doch noch einmal zurück zu den Hobby-Künstlern: Wir kennen uns alle persönlich noch überhaupt nicht. Aber durch den Kontakt per E-Mail ist zu manchen schon eine Art Freundschaft entstanden. Und 80 Prozent schreiben, dass ihnen die Ausstellung für die kommenden Monate viel Auftrieb gibt.
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