Weiden
"Emma" krepiert qualvoll an Rattengift
Leberwurst als Köder ausgelegt - Tierärzte warnen eindringlich - Belohnung von 500 Euro ausgesetzt
Weiden. (wd) Groß, kräftig, agil, lieb und knuddelig, mal Temperamentsbündel, mal verschmuster Kuschelbär - so wird die Familie Glück im Fohlenweg ihre "Emma" in Erinnerung behalten. In der Nacht zum Samstag verendete die achtjährige Mischlingshündin, krepierte qualvoll - vermutlich an Rattengift.
Das Schicksal von "Emma" ist kein Einzelfall und die Weidener Tierärzte stehen vor einem Rätsel: Denn noch nie kamen so viele vierbeinige vergiftete Patienten in ihre Praxen. Hunde und Katzen nehmen das Gift vermutlich teilweise über die Nahrungskette (vergiftete Mäuse) auf. Besonders im Spätherbst, wenn die Mäuse auf der Suche nach einem warmen Winterquartier sind, setzen Bürger Gift ein.
Doch die Vergiftungsserie 2005 geht weit darüber hinaus. Es ist Rattengift im Spiel. Dann kommt es auf die Konstitution der Tiere und auf den Zeitpunkt an, wann Gegenmaßnahmen (mit "Antidot") eingeleitet werden. Die Behandlung - manchmal vier Wochen lang - ist bis zu 1000 Euro teuer und nur erfolgreich, wenn Frauchen oder Herrchen schnell die Symptome erkennen und ärztlichen Rat suchen.
Aussichtslos ist Hilfe bei spät erkanntem Rattengift "Cumarin". "Die Tiere verbluten in ihre Körperhöhle. Das ist furchtbar, es geht rasend schnell." Eine andere Tierärztin, die aktuell vier vergiftete Hunde und Katzen betreut, bestätigt Aussagen der Herrchen: Demnach sind "Spinner" unterwegs, die als "Köder" vergiftete Fleischbrocken und Leberwürste - meist unter Büschen - auslegen. Die Weidener Tierärzte appellieren an die Bürger, auf ihre Vierbeiner besonders gut aufzupassen.
Die Hundehalter, die in diesem Herbst ihre Tiere durch Vergiftung verloren haben, setzten inzwischen eine Belohnung von 500 Euro aus: Hinweise auf die "Giftleger" an die Polizeiinspektion, Telefon 401-320.
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