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Von Peter Klewitz  |  31.12.2007  | Netzcode: 1218840
Beratzhausen

Fassungslos an zwei weißen Särgen

500 Menschen begleiten Philipp und Stefan aus Unterpfraundorf auf ihrem Weg zum Grab

Beratzhausen. Die Sonne scheint vom nahezu blauen Himmel. Raureif und Schnee glitzern auf Bäumen und Gräbern. Eine friedvolle Stille liegt über dem kleinen Friedhof am Hang bei Oberpfraundorf. Klar klingt die Stimme des Pfarrers in der Winterluft: "Der Tod hat nicht das letzte Wort", sagt er.

Es ist eine ruhige, würdevolle Stunde, in der Philipp und Stefan Schwendner ins Grab gesenkt werden. Rund 500 Frauen, Männer und Kinder geben ihnen das letzte Geleit. Die wenigen Medienvertreter haben sich auf Wunsch der Familie taktvoll zurückgezogen, Polizei und Feuerwehr wachen über die Erfüllung der Bitte, dass weder beim Requiem noch auf dem Friedhof während der Bestattung fotografiert und gefilmt wird.

Unschuldige Kinder



Die kleine Oberpfraundorfer Kirche war schon um 9.30 Uhr hoffnungslos überfüllt. Mehr als 50 Menschen drängten sich noch außerhalb vor der Kirchtür. Pfarrer Georg Dunst ist ein ausgezeichneter Prediger. Weit spannt er den Bogen seiner Gedanken, beginnt mit der Schreckensherrschaft des Herodes und dem Tag der Unschuldigen Kinder von Bethlehem. Die klaren Fronten - "auf der einen Seite die todbringende Gewalt, auf der anderen Seite die wehrlose Mutter mit ihren unschuldigen Kindern" - seien im Drama von Unterpfraundorf verwischt. Vorsichtig, ohne anklagenden Unterton formuliert der Pfarrer: "Das Herodianische und das Mütterliche sind hier in ein und dieselbe Person zusammengeschmolzen. Das Herodianische hat das Mütterliche in einem Akt der inneren Verzweiflung überwältigt."

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