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Von Peter Klewitz  |  17.03.2008  | Netzcode: 1309256

Teufel auch!

Kommentar von Peter Klewitz



Da sind sie also wieder, die Dämonen, die incubi und succubi, die in die armen Menschen fahren. Die sie in fremden Sprachen sprechen und seltsame Zeichen an Fenstern und Wänden erscheinen lassen. Sich vor Weihwasser und Gebeten fürchten und beim Namen Jesu zu toben beginnen.

Grüß Gott im Mittelalter! Aber ja: Das Mittelalter boomt doch! Warum also nicht auch bei Mutter Kirche? Fehlen nur noch die Hexen, die Scheiterhaufen - Fürstin Gloria hat ja schon, natürlich scherzhaft, über so was nachgedacht - und der nächste Kreuzzug.

Freilich denkt momentan nur die konservative Schweiz laut über die reguläre Installierung von Teufelsaustreibern in jedem Bistum nach. Deutsche Diözesen geben sich da zurückhaltender. Eigentlich seltsam, dass das Bistum Regensburg sich dem Thema so gänzlich verweigert. Wo es doch Gerhard Ludwig Müller sonst nicht an missionarischem Eifer vermissen lässt. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Schicken wir einstweilen die "No Angels" zum Grand Prix …

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Mediävist (217.231.x.x)  |  17.03.2008 16:57 Uhr

Das Vorurteil, dass der Hexenwahn zum Mittelalter gehört, ist heute leider fast unausrottbar in den Köpfen der Menschen verhaftet, wie heute auch der Kommentar von Peter Klewitz (Ekkelins Knecht – sic!) erneut unter Beweis stellt! Erst in der zweiten Hälfte des 16. Jh., also in der Neuzeit beginnt erst die richtige Zeit der Hexenprozesse, die, das muss man wissen, mit einer neuen Sittlichkeit in Zusammenhang stehen! Man glaubt noch heute fälschlicherweise, dass die Massenprozesse der Neuzeit nur Folgeerscheinungen des Mittelalters sind

Der Begriff des Mittelalters bzw. der Epoche der mittleren Zeiten ist eine Erfindung der Spätaufklärung. Damals begann die Verleumdung des Mittelalters. Seither halten wir das Mittelalter für grausam! Eine staatliche gelenkte Grausamkeit wie in der Moderne gab es nicht, und wäre auf absolute Ablehnung bei den Menschen gestoßen, da dies als Tyrannei und Blutdurst verstanden worden wäre! Staatliche Grausamkeiten und staatliche Verbrechen wie wir es im 20. Jh. erlebt haben, wären im Mittelalter sowohl von der Größenordnung, wie auch von den Voraussetzungen her undenkbar gewesen! Die grausamen Hinrichtungsarten waren nur bei ganz bestimmten Verbrechen vorgesehen und daher entsprechend selten! Auch wir heute diskutieren des ewige Problem seit Anbeginn der Zeit, wie ein Verbrechen und eine Straftat gesühnt werden soll, auch um dem Opfer Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Dieses Problem zu lösen, kann nie gelingen, da es selbst dem Mittelalter nicht gelang, obwohl dies die Zeit in der Geschichte war, in der das Verzeihen und „Gnade vor Recht“ (in der Rechtsprechung!) angewandt wurde!

Das Mittelalter mag boomen, wie Herr Klewitz schreibt, doch leider ist das meiste nur Folklore, was die Menschen heute unter Mittelalter verstehen! Herr Klewitz hat dies in seinem Kommentar deutlich gezeigt, auch, dass er leider selbst unter Vorurteilen im Hinblick auf das Mittelalter leidet, in Sachen Hexen und Kreuzzüge, trotz Ekkelins Knecht