Lernfähig scheint Regensburgs CSU schlichtweg nicht zu sein. Da hat sie eben die absolute Mehrheit eingebüßt, und ihr Flaggschiff Hans Schaidinger hat gerade noch den OB-Sessel wieder errungen. Aber statt sich nun Bündnispartner zu suchen, vergrämt das geschrumpfte Häuflein der CSU-Fraktion auch noch alt gediente Stadträte und sperrt den Nachwuchs aus, weil sich aus diesem kritische Stimmen erhoben haben.
Mit Christian Schlegl als neuem Fraktionschef haben die Christsozialen zudem den Bock zum Gärtner gemacht. Schlegl hatte schon vorher polarisiert. Der ehemalige Fürst-Freund und mittlerweile Erzfeind, dem von seinen Gegnern ähnlich diskriminierende Aussagen nachgesagt werden wie Thomas Fürst und Co., wird zwar weiterhin Schaidingers verlässlicher Fahnenträger sein. Aber mit dem Lager um den wahrlich um Ausgleich bemühten Kreisvorsitzenden Franz Rieger, den Schlegl bekanntermaßen nicht mag, sind weitere Grabenkämpfe programmiert.
Da können die Domstädter die beidseitigen Aufrufe zu Vernunft, Versöhnung und offene Arme aus den verfeindeten Lagern der CSU nur noch mit Kopfschütteln begleiten. Wovon ihnen mittlerweile schon das Genick schmerzen müsste.