Kommunale Förderung am Beispiel Regensburg, Nabburg, Burg Wernberg, Amberg und Weiden
Attraktiv sind sie, unsere Städte und Gemeinden, unverwechselbar und lebenswert. Aber hier ist es wie so oft: Den Einwohnern ist ihr Charme eine Selbstverständlichkeit. Den Wert unseres kommunalen Bestands müssen wir ins Bewusstsein zu rücken, und dieses Bewusstsein dafür schärfen, dass Städte und Gemeinden nie "fertig gebaut" sind, sondern sich neuen Bedürfnissen anzupassen haben.
"Gesellschaftliche und soziale Entwicklungen, Fragen der Demografie, wirtschaftliche Veränderungen oder der Klimaschutz machen Stadterneuerung zur Daueraufgabe", sagte die neue Regierungspräsidentin, Brigitta Brunner. Die Ausstellung "Erbe bewahren - Zukunft gestalten", die sie bei der Regierung der Oberpfalz am Regensburger Emmeramsplatz eröffnete, wurde erstmals 2006 vom damaligen Innenminister Günther Beckstein vorgestellt. Sie ist ein Beitrag der Initiative, Bayerns Innenstädte als Wohn- und Geschäftsorte wieder attraktiv zu machen. Denn die Kommunen sind nicht selbstverständlich so gewachsen, sondern das Ergebnis konsequenter Planungen. Die 1971 eingerichtete Städtebauförderung in Bayern hat in den vergangenen 37 Jahren mehr als 470 Millionen Euro in Oberpfälzer Städte und Kommunen gepumpt. Damit sind Maßnahmen in Höhe von rund 700 Millionen Euro gefördert worden. Andere öffentliche Fördermittel und privates Engagement führten zu einer Gesamtinvestition, die diesen Betrag um ein Vielfaches übersteigt. Es tut sich was im Bauwesen der Region: Auch 2008 werden in der Oberpfalz in 74 Gemeinden Projekte mit Zuschüssen in Höhe von etwa 18 Millionen Euro unterstützt.
Kommunale Förderung am Beispiel Regensburg, Nabburg, Burg Wernberg, Amberg und Weiden
Fünf Beispiele dokumentieren in der Ausstellung die Leistungen. Am gewichtigsten bringt sich die Weltkulturerbestadt Regensburg ein, die sich aufgrund ihrer Geschichte als Pionier der Stadtsanierung profilieren konnte. Manche erfolgreiche Sanierungspraktik wurde hier erprobt und ist Standard in Bayern. Rund 55 Millionen Euro Finanzhilfen trugen zum Regensburger Erfolg bei. Auch Weiden muss sich nicht verstecken. Die Sanierung der Innenstadt bezeichnete Brigitta Brunner als Erfolgsmodell. "Blühendes Leben ist auf den Oberen und Unteren Markt zurückgekehrt, die sprichwörtlich Gute Stube' der Stadt ist ein wertvolles Element der Lebensqualität." Außerhalb von Weidens Zentrum gibt es Gebiete, die sozial und ökonomisch als problematisch gelten. Mit dem Städtebauförderungsprogramm "Soziale Stadt" werden diese Quartiere mit großem Aufwand sozial integriert und baulich aufgewertet.
"Stolz sind wir auf unsere Altstadt. Aber sie ist auch eine erhebliche finanzielle Belastung …", stellte Nabburgs Bürgermeister Josef Fischer seinen Ort vor. Vor mehr als 20 Jahren wurden hier vorbereitende Untersuchungen eingeleitet, wie der historisch schmucke Stadtkern und das Stadtbild insgesamt saniert werden könnten. Diese langfristige Sanierungsstrategie sicherte den überregional anerkannten Erfolg in Nabburg. Grundsätzlich, so Fischer, habe man dabei dem privaten Sanierungswillen den Vorrang gelassen.
Kommunale Förderung am Beispiel Regensburg, Nabburg, Burg Wernberg, Amberg und Weiden
Kaserne wird Siedlung
In Amberg wurde zwischen 1992 und 2001 die von den US-Streitkräften aufgegebene Ritter-von-Möhl-Kaserne mit Hilfe der Städtebauförderung zu einem schönen neuen Wohngebiet entwickelt. In relativ kurzer Zeit entstanden rund 320 Wohneinheiten für etwa 1000 Bewohner. Die Siedlung verfügt über verschiedene Gemeindebedarfseinrichtungen, einen Kindergarten und ein Blockheizkraftwerk. "Die Brachfläche ist beseitigt, die vorhandene Infrastruktur wird wieder sinnvoll genutzt", freut sich die Regierungspräsidentin. Denn eine Begrenzung des Flächenverbrauchs ist ein wichtiges Ziel der Städtebauförderung.
Als international bekanntes Paradebeispiel der Förderung gilt die Burg Wernberg . Die beiden Ziele der Städtebauförderung - ein Denkmal zu erhalten und dieses vital zu nutzen - sind in Wernberg in der Partnerschaft zwischen der Marktgemeinde und dem privaten Investor Conrad hervorragend umgesetzt worden. Bürgermeister Georg Butz betonte, zu welch starkem Standortfaktor die Burg als Hotel geworden sei: "Sie ist Motor einer dynamischen Wirtschaftsentwicklung im Ort."