Von Peter Klewitz  |  23.04.2008  | Netzcode: 1354322
Regensburg

Griff in die bayerische Schatztruhe

Regensburg: 600 Millionen Euro sollen in den nächsten 20 Jahren in die Sanierung der Universität fließen

Zukunftsweisend soll das Zahnklinikum der
Zukunftsweisend soll das Zahnklinikum der Universität sein. Dazu bedarf es aber dringend der Sanierung, wie sein Leiter Professor Gottfried Schmalz Ministerpräsident Günther Beckstein und Wissenschaftsminister Thomas Goppel anschaulich an den Arbeitsplätzen der sechsten Semester erläuterte. Bild: Klewitz
Beschleunigen will der Freistaat die anstehenden Sanierungsmaßnahmen an Universität und Uniklinik Regensburg. Bei einem Besuch in der Bezirksmetropole sicherten gestern Ministerpräsident Günther Beckstein und Wissenschaftsminister Thomas Goppel für die nächsten vier Jahre starke Investitionen zu. 30 Millionen Euro pro Jahr sollen durchschnittlich in den nächsten 20 bis 25 Jahren in Sanierung und Neubaumaßnahmen fließen.

Die Modernisierung der Zahnklinik, die der Landesvater bei seinem Besuch im forschen Schnellschritt durcheilte und sich von ihrem Chef Professor Gottfried Schmalz erklären ließ, will Beckstein auf den Weg bringen. 600 000 Euro sollen für Sofortinvestitionen bereitgestellt werden, weitere 1,4 Millionen Euro stehen als sogenannte "Verpflichtungsermächtigung" zur Verfügung.

Neue Phantomarbeitsplätze



Bei wunschgemäßem Verlauf soll die Sanierung bis 2012 abgeschlossen sein. Dabei handelt es sich in erster Linie um eine notwendige Sanierung des technischen Bedarfs, wie sich Beckstein beim Besuch zweier Ausbildungsstätten für Erst- und für Sechstsemester überzeugen konnte. Nach beinahe 25-jähriger Nutzung sind die so genannten Phantomarbeitsplätze, an denen die Studierenden die Behandlung am Modell lernen, in einem desolaten Zustand.

Bei der Sanierung sollen sie zudem von 64 auf 81 Einheiten erhöht werden. Falls der Ministerpräsident bei der Umsetzung der teuren Vorhaben "Zähne zeigen muss", so kann er das nun: Schmalz überreichte ihm ein Gebiss, wie es die Studierenden zu Übungszwecken bearbeiten, im Schächtelchen als Geschenk. Wissenschaftsminister Goppel betonte die Notwendigkeit, künftigen Naturwissenschaftlern aus den doppelten Abiturgängen 2011 und 2012 an den Unis das entsprechende Rüstzeug bieten zu können. Regensburg habe für die nächsten Jahre den wichtigsten Bedarf. Allein 53 Millionen Euro werden für einen Neubau für die Naturwissenschaften anfallen. Die horrende Summe von insgesamt 600 Millionen Euro, auf das nächste Vierteljahrhundert verteilt, ließ den Ministerpräsidenten seufzen: "Auf die Konten dürfen wir nicht schauen…"

Schwindelerregende Größe



Beim Studium der Unterlagen, so Beckstein, sei ihm "ganz schwindelig geworden". Dennoch versprach er seinem Wissenschaftsminister Rückendeckung in der anstehenden Auseinandersetzung mit dem Finanzministerium.

Gewaltige Aufgabe



Es sei eine "Riesenaufgabe", den jungen Menschen in Regensburg eine optimale Ausbildung zu sichern. Ihr wolle man gerecht werden. "Die Baustoffe vor 30 Jahren waren nicht für die Ewigkeit gedacht", begründete Beckstein die Baufälligkeit der Uni Regensburg.

Momentan stehen im Haushalt des Freistaats Bayern 230 Millionen Euro für die Sanierung aller bayerischen Universitäten zur Verfügung. Dieser Betrag soll um 100 Millionen Euro aufgestockt werden, sagte Goppel. Regensburg habe gute Perspektiven für eine deutlich beschleunigte Sanierung.


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