Weiden. Minuten lange Standing Ovations für Spitzenkandidat Franz Maget, appellatives Abschiedsgepolter von Ludwig Stiegler und ein Regierungsprogramm für 2008 bis 2013, als ob das Ruder schon herumgeworfen wäre: An Selbstbewusstsein fehlte es den Sozialdemokraten bei ihrem 59. außerordentlichen Parteitag in Weiden keineswegs.
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| Stehender Applaus für den SPD-Spitzenkandidaten auf dem Stuhl: Unter dem Jubel der Delegierten machte Franz Maget den Genossen Mut für die Landtagswahl am 28. September. Bild: Wilck |
Ich freu mich schon auf die Landtagsdiskusionen der Rot-Rot-Grün-Gelben Koalition.
Es gleicht einer Tragikomödie, wenn der Kandidat einer Partei, die bei der letzten Wahl nicht einmal 20% der Stimmen erreicht hat, an der Tür der Staatskanzlei rüttelt. Liegt es an übersteigertem Selbstbewusstsein oder an der Fehleinschätzung der politischen Lage? Auch wenn die CSU, vor allem nach Stoiber, vieles falsch gemacht hat und die Quittung hierfür erhalten wird, nützt das der SPD wenig. Das Ergebnis wird ein hoher Nichtwähleranteil sein.
Profitieren werden beim Wahlergebnis vor allem kleine Parteien, deren Stimmenanteil sich erhöhen wird: Freie Wähler, Linke, Grüne, FDP und einige Splitterparteien. Für eine CSU geführte Regierung, notfalls mit FW & FDP, wird es allemal reichen, so sehr das viele bedauern mögen. Die größte „Fraktion“ werden auch in Bayern die fast 50% Nichtwähler sein, die entsprechend unserem „bürgerfeindlichen“ Parteienwahlrecht nichts zu sagen haben und auch nichts bestimmen können.