• Seite 1
  • Seite 2
  • Seite 3
Von Peter Klewitz  |  22.07.2008  | Netzcode: 1471029
Regensburg

Pfeifen bis der Deckel hochgeht

Bayerisches Krankenhausforum schmiedet bunte Allianz gegen deutsche Gesundheitspolitik

Regensburg. Die Szenerie ist fast gespenstisch. In der riesigen, halbdunklen Donau-Arena wogt ein buntes Menschenmeer, durchsetzt von Fahnen und Transparenten. Trillerpfeifen schrillen eine halbe Stunde lang ohrenbetäubend, Musik rockt. Nadelstreifen neben buntem T-Shirt, Klosterfrauen neben Gewerkschaftern.

Demo
Klinikmitarbeiter demonstrieren am Dienstag ) vor der Donau-Arena in Regensburg. Bild: dpa
Ein gewaltiger Protest gegen die deutsche Gesundheitspolitik macht sich da Luft. "Stell dir vor, du gehst ins Krankenhaus, und keiner ist da, der dir hilft!" steht auf einem Transparent. Der lange angestaute Frust bei den Krankenhausbeschäftigten ist groß. "Für gesunde Krankenhäuser" gingen am Dienstag knapp 5000 von ihnen bei der Protestveranstaltung der Bayerischen Krankenhausgesellschaft (BKG) in Regensburg auf die Straße und in die Donau-Arena. Allein 140 Mitarbeiter der Kliniken Nordoberpfalz AG haben sich mit drei Bussen auf den Weg gemacht.

16 verschiedene Verbände



Insgesamt 16 verschiedene Verbände unterstützen die Forderungen der Krankenhausmitarbeiter. Gewerkschaften, Arbeitgeber, kommunale Spitzenverbände wie der Verband der bayerischen Bezirke, der Städte- und der Landkreistag, Kirchen-, Ärzte- und Pflegeverbände haben sich zu einer bislang einmaligen Allianz im bayerischen Gesundheitswesen zusammengetan. Aus über 200 bayerischen Kliniken kamen die Demonstranten, die alle unter der jahrelangen Budgetdeckelung leiden, unter der Politik der finanziellen Kürzungen und Streichungen.

  • Seite 1
  • Seite 2
  • Seite 3
Kommentare
Ihre Kommentare werden veröffentlicht in Kooperation mit der best webnews GmbH, Köln.
Ältere Kommentare
Werner Sperber (195.145.x.x)  |  23.07.2008 11:57 Uhr

Jetzt ist Wahlkampf und alles, was Politiker absondern ausschließlich unter diesem Gesichtspunkt zu berücksichtigen - oder besser eben gar nicht zur Kenntnis nehmen. Wenn die "Gesundheispolitiker" mit der gleichen Härte gegen die Pharmakonzerne vorgehen würden, könnten die Krankenkassenbeiträge um sechs Prozent gesenkt werden - ohne Leistungseinbußen für die Menschen. Doch die Pharmaindustrie schreibt die Gesetze selbst, die die Aufsichtsräte in der Politik dann als ihr Werk zum "Erhalt" des deutschen einklasigen Gesundheitssystems verkaufen. Dabei haben wir schon längst die Drei-Klassenmedizin.