Gerd Lohmeyer spielt in seiner Heimatstadt "Aus dem Leben eines Taugenichts" - Vorbesuch
Nabburg. (jua) Er ist nicht groß von Gestalt und doch ragt er sofort aus der Menschenmenge beim Mittelalterlichen Markt heraus. Durch seine Quicklebendigkeit und Ausstrahlung zieht er wie magisch die Blicke auf sich: Der in München lebende Schauspieler Gerd Lohmeyer besuchte seine Heimatstadt. Vor seiner Weiterfahrt zur Luisenburg, wo er im Drama "Zwölfeläuten" mitwirkte, sprach er im "Sterngarten" mit unserer Zeitung über Theater, "Taugenichts" und die Nabburger Zeit.
Am Freitag schon kommt Gerd Lohmeyer wieder nach Nabburg zurück. Im Theatergarten führt er zusammen mit seiner Tochter Luzie die Novelle "Aus dem Leben eines Taugenichts" nach Joseph von Eichendorff auf. Das Stück spielte er vor elf Jahren schon einmal hier.
Erinnerung an zuhause
Der "Taugenichts" lebt völlig entgegen der bürgerlichen Lebensweise, was bedeutet, dass ihm nichts so verhasst ist wie ein Leben, das sich ausschließlich an Sicherheit und eigenem Vorteil orientiert. Er lebt nach dem Motto: in die Welt gehen und sein Glück machen. Glück definiert er als Liebe, Spaß und Freude. Dieser Romantiker spiegelt sich auch im Leben Gerd Lohmeyers wider. Auch er ist in die Welt gegangen, um sein Glück zu machen, das er - wie er selbst sagt - auch gefunden hat.
Zur Welt kam Gerd Lohmeyer 1945 in Würzburg. Er verbrachte dann ab dem ersten Lebensjahr das erste Drittel seines Lebens in Nabburg. Noch immer hat er heute eine starke Beziehung zur Stadt, in der seine Schwester lebt.
Von (jua) |
24.07.2008
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Nabburg
Als Romantiker wieder daheim
Gerd Lohmeyer spielt in seiner Heimatstadt "Aus dem Leben eines Taugenichts" - Vorbesuch
Wenn er vom "Taugenichts" erzählt, muss er spontan lächeln, denn er erinnert sich sofort an die vielen Stunden, die er mit dem Lesen dieses Stückes verbracht hat. "Wissen sie", lässt er uns mit einem spitzbübischen Grinsen im Gesicht erfahren, "eigentlich sollte ich ja damals über Pfingsten für mein Vorabitur lernen. In Deutsch behandelten wir gerade die Novelle 'Aus dem Leben eines Taugenichts'. Wir hatten zuhause einen wunderschönen Garten mit blühendem Flieder und einem Brunnen. Dort habe ich die Novelle gelesen und noch mal gelesen und wiederum zum dritten Mal gelesen. Das Vorabitur habe ich aber dennoch geschafft. Das war die erste Begegnung mit Eichendorffs Taugenichts". Ganz stolz fügt er hinzu: "Und jetzt hab ich 385 Vorstellungen hinter mir".
Anfang mit Emil und Robinson
Theater gespielt hat der jetzige Wahl-Münchener schon immer gerne. Im Gymnasium in Schwandorf besetzte er mit zwölf Jahren zum ersten Mal eine Rolle in "Emil und die Detektive". Diese Vorstellung wurde dann fünfmal wiederholt. Die Theater-Abende bei der Kolpingsfamilie in Nabburg wird er auch nie vergessen. Mit 15 Jahren spielte er auf der Bühne im Jugendwerk "Robinson soll nicht sterben."
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24.07.2008
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Nabburg
Als Romantiker wieder daheim
Gerd Lohmeyer spielt in seiner Heimatstadt "Aus dem Leben eines Taugenichts" - Vorbesuch
Nach einem Semester Germanistik und Philosophie und drei Semestern Physik und Mathe entschied er sich als lebenslustiger, junger Mann endgültig für die Bretter, die die Welt bedeuten. Er studierte von 1967 bis 1970 die Schauspielerei im Haus der Künste in Berlin.
Was macht er jetzt lieber - Theater oder Film? "Wenn ich mit meinem Herzen dabei bin, mache ich beides gerne. Wobei", sagt Gerd Lohmeyer ganz offen, "die blöderen Stoffe schon beim Film verlangt werden". An seine erste Serie "Die Hausmeisterin" mit Helmut Fischer und Veronika Fitz denkt er gerne zurück. Unzählige andere wie "Cafe Meineid", "Der Bulle von Tölz", "Lindenstraße" oder "Tatort" folgten, ebenso "Das Haus in der Toskana" und der Spielfilm "Lea".
Wie der Vater, so die Tochter
Für ein Hobby muss im engen Zeitkorsett unbedingt noch Raum bleiben. Geige spielen und sowie Kammermusik machen mit früheren Schulfreunden: Das gibt ihm den nötigen Ausgleich zum anstrengenden Beruf als Schauspieler und Dozent an der Bayerischen Theaterakademie. Gerd Lohmeyer genießt es zwischendurch, Herr seiner eigenen Zeit zu sein. Ans Aufhören möchte er noch lange nicht denken. "Denn", verrät er uns, "ich bin ohne Arbeit eine Gefahr für die Umwelt."
Ein besonderes Highlight ist für Lohmeyer immer wieder ein gemeinsamer Auftritt mit seiner 23-jährigen Tochter Luzie. "Sie studiert, das glauben sie nicht", bemerkt er kurz, "genau das was ich damals abgebrochen habe, nämlich Mathe und Physik." Mit ihr ist er am Wochenende vor der Traumkulisse im Nabburger Theatergarten zu sehen.
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