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Berlin
Schüchtern im Kanzleramt
Zurückhaltung: Merkel behandelt Obama wie jeden anderen Wahlkämpfer
Es gilt, ein paar Minuten bis zum offiziellen Händeschütteln zu überbrücken. Die Kanzlerin will Barack Obama den Ausblick aus ihrem Büro im siebten Stock des Kanzleramts erklären. Kurz tritt Angela Merkel mit dem US-Präsidentschaftsbewerber auf den Balkon - mit Blick auf den Reichstag und, ja auch, aufs Brandenburger Tor. An sich nichts besonderes. Doch an diesem Tag brandet plötzlich Beifall auf.Unten vor dem Zaun des Kanzleramts haben sich schon sieben Stunden vor Obamas Rede an der Siegessäule Hunderte Schaulustige versammelt. Sie jubeln und rufen hoch. Ihnen ist egal, dass Obama vielleicht nur in Deutschland ist, um Punkte im heimischen Wahlkampf gut zu machen, wo er bislang als außenpolitisch unerfahren galt. Berlin scheint tatsächlich im Obama-Fieber. Der Kandidat aus Übersee und dann auch die Kanzlerin winken den Leuten zu.
Ansonsten achtet Merkel peinlich darauf, Obama an diesem Donnerstag wie jeden anderen ausländischen Wahlkämpfer zu behandeln. Genau hatte sie sich am Abend zuvor die Bilder vom Besuch des 46-jährigen demokratischen Senators in Israel angeschaut. Dort hatte sich Ministerpräsident Ehud Olmert mit Obama nur bei einem Bildtermin gezeigt - also ohne, dass die beiden Erklärungen abgaben.
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