Leipzig
DFB setzt auf neue Qualitätsmarke
3. Liga eröffnet ihre erste Saison - Perfekte Ergänzung zu den beiden Profiligen
Leipzig. (dpa) Vorhang auf für die neue 3. Liga: Das ostdeutsche Traditions-Duell zwischen Rot-Weiß Erfurt und Dynamo Dresden am Freitag soll die klangvolle Ouvertüre für das neue "Lieblingsstück" des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) werden.
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| Thomas Kristl, der neue Trainer des SSV Jahn Regensburg, sieht die 3. Liga als Bereicherung des deutschen Fußballs. Bild: Ziegler |
Und um das "DFB-Baby" zu einem langfristigen Erfolgsmodell zu machen, mussten sich die 20 Clubs hinsichtlich ihrer Finanzen den gleichen Prüfungen wie die Bundesligisten unterziehen - bestanden und die Lizenz erhalten haben alle. Damit soll auch eine Annäherung an die professionellen Rahmenbedingungen der 2. Liga erreicht werden. "Das führt dazu, dass ein Zweitligist im Fall des Abstiegs künftig weicher landen wird und die Aufsteiger aus der 3. Liga keine ihnen völlig unbekannte neue Profi-Welt betreten", sagte der für den Spielbetrieb zuständige DFB-Direktor Helmut Sandrock.
"Historisches Ereignis"
In einem sind sich Macher und sportliche Protagonisten vor dem ersten Anpfiff - für Erfurts Coach Karsten Baumann ein "historisches Ereignis" - sicher: Die 3. Liga wird eine vielbeachtete Facette im Lieblingssport der Deutschen. "Die 3. Liga ist eine Bereicherung für den deutschen Fußball", meinte Regensburgs Coach Thomas Kristl. "Für mich hat die Liga eine sehr hohe Wertigkeit. Das Niveau wird nicht viel schwächer sein als in der 2. Liga", sagte Jenas Henning Bürger.
Für die nötige Fernsehpräsenz ist gesorgt. So übertragt am zweiten Spieltag der MDR auch die Partie FC Carl Zeiss Jena - FC Erzgebirge Aue live, weitere sollen folgen. "Wir haben viele Traditionsvereine dabei. Ich glaube, das Interesse der Zuschauer wird von Beginn an sehr groß sein", so Sandrock. Martin Braun, Geschäftsführer des VfR Aalen ist "überzeugt, dass die 3. Liga eine gute TV-Geschichte wird".
Jeder Drittligist soll 590 000 Euro an TV-Geldern aus dem bis 2009 laufenden Fernsehvertrag mit ARD und ZDF erhalten. Für die nachfolgende Saison hat der DFB eine Aufstockung auf 825 000 Euro in Aussicht gestellt.
Zwei-Klassen-Gesellschaft
Finanziell offenbart sich eine Zwei-Klassen-Gesellschaft. Während die Zweitliga-Absteiger Aue, Jena, SC Paderborn und Kickers Offenbach mit über fünf Millionen Euro neben Eintracht Braunschweig (rund 6 Millionen) die höchsten Etats zur Verfügung haben, rechnen Kickers Emden, Jahn Regensburg und Erfurt mit weniger als einem Drittel vom Budget der gut betuchten Clubs.
Bei einigen grassiert die Angst vor Ausschreitungen. "Die Zeit der beschaulichen Familienausflüge ist vorbei. Gegen alle Ost-Clubs herrscht Sicherheitsstufe 1", sagte Sicherheitschef Alfred Ziegler vom FC Bayern München der "Märkischen Oderzeitung". Das zu erwartende Szenario werde schlimmer als in Liga 1: "Plötzlich kommen Tausende. Viele werden gewaltbereit sein." Die Angesprochenen reagierten empört. "So einen Blödsinn habe ich schon lange nicht mehr gehört. Das ist in meinen Augen alles Polemik", sagte Sportdirektor Christian Beeck vom FC Union Berlin.
• 1. Spieltag
Freitag, 20.30 Uhr: RW Erfurt - Dynamo Dresden; Samstag, 14 Uhr: Wacker Burghausen - Stuttgarter Kickers, Kickers Emden - Wuppertaler SV, Erzgebirge Aue - Eintracht Braunschweig, Jahn Regensburg - FC Carl Zeiss Jena, SV Sandhausen - VfR Aalen, SpVgg Unterhaching - Werder Bremen II, VfB Stuttgart II - Kickers Offenbach, FC Bayern München II - Union Berlin, Fortuna Düsseldorf - FC Paderborn
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Aue hat einen Etat von 4,025 Mio. Euro also mal ein bisschen besser informieren !
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