TIRSCHENREUTH. Brigitta Brunner, seit rund einem halben Jahr Regierungspräsidentin der Oberpfalz und überhaupt die erste Bayerische Regierungspräsidentin, stellte sich vor kurzem bei Landrat Wolfgang Lippert vor. Lippert sprach mit der OWZ über den Besuch.
Brigitta Brunner habe es bemerkenswert gefunden, dass die Stadt Kemnath keine Schlüsselzuweisungen (Ergänzungszahlungen durch die Regierung) bekommt, denn das beweise wirtschaftliche Prosperität. Aber auch die Defizite der Region habe sie klar erkannt: "Im Bereich Hotel und Gastronomie sieht sie Bedarf." Den sieht auch der Landrat und hofft auf das Hotel beim Sibyllenbad: "Ich bin sehr zuversichtlich."
Der Landrat habe Bedenken geäußert, dass der aktuelle Arbeitslosenanteil von 4,7 Prozent bald wieder steigen werde. "Unser Arbeitsmarkt ist sehr, sehr schwach." Auf einen Schüler komme nur ein halber Ausbildungsplatz. "Das ist dramatisch." Von der Mitgliedschaft in der Metropolregion Nürnberg verspricht sich der Landrat keine Wunderdinge. Auch in diesem Punkt sei man sich einig gewesen: "Die Metropolregion darf nicht von den ländlichen Problemen ablenken." Wenn die flotte First Lady der Oberpfalz alle ihre so gesammelten Erkenntnisse in die Tat umsetzt, wird sie auch im Landkreis Tirschenreuth bald Sympathien sammeln.
14.08.2008
| Netzcode: 1499919
Defizite der Region erkannt
Regierungspräsidentin Brigitta Brunner zu Besuch
Am Ortenburg-Gymnasium in ihrer Heimatstadt Oberviechtach hat sie 1981 ihr Abitur gemacht. Der weitere Lebenslauf der Brigitta Brunner verlief zunächst unauffällig: Zusammen mit vielen anderen studierte sie an der Universität Regensburg Jura, machte dort nach sechs Jahren ihr Erstes Staatsexamen, wie üblich drei Jahre später ihre Zweite juristische Staatsprüfung.
Brigitta Brunner bekam eine Beamtenstelle bei der Bauabteilung der Regierung von Oberbayern. Nur sehr kurz beschäftigte sich die Berufsanfängerin Brigitta Brunner mit dem Baurecht. Zweieinhalb Monate später war sie schon Referentin in der Personalabteilung des Bayerischen Innenministeriums. Der rasante Aufstieg der Juristin ging fünf Jahre später - nachdem sie zwischendurch für die CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag für den Untersuchungsausschuss "Plutonium" beurlaubt worden war - im Jahr 1995 weiter. Jetzt wurde sie Abteilungsleiterin für Umweltschutz am Landratsamt München.
Auch hier hielt es sie aber nur kurz. Schon etwa zwei Jahre später wurde sie in den "Lehrgang für Verwaltungsführung für Beamte des Höheren Dienstes" der Bayerischen Staatskanzlei aufgenommen, der zur Schulung der künftigen Spitzen-Führungskräfte des Freistaates dient. Der Lehrgang dauerte genau ein Jahr. Danach war Brigitta Brunner Kabinetts- und Landtagsreferentin im Bayerischen Innenministerium. Nach wiederum nur einem knappen Jahr ging sie nach Berlin und leitete das Sachgebiet Bundes- und Europaangelegenheiten in der Dienststelle der Bayerischen Staatskanzlei in Berlin. Immerhin drei Jahre blieb sie dort.
14.08.2008
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Defizite der Region erkannt
Regierungspräsidentin Brigitta Brunner zu Besuch
Ihren bislang längsten Dienstposten hatte Brigitta Brunner ab November 2002 beim Bayerischen Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung in München. Auch hier stieg die Oberpfälzerin gleich ganz oben ein, nämlich als Vizepräsidentin, Landeswahlleiterin und Leiterin des Rechenzentrums Süd. Jetzt also ist die kinderlose 45-Jährige, die mit Dr. Robert Mizia, dem Leiter der Arbeitseinheit "Strategisches Innovationszentrum" beim Landeskriminalamt zusammenlebt, auf dem vorläufigen Karrieregipfel angelangt.
Von Eitelkeit oder Arroganz ist dennoch nichts zu spüren bei ihren öffentlichen Auftritten. Ein spitzbübisches Lächeln vielmehr huscht manchmal über ihr Gesicht. Nach all den Jahren in der Landeshauptstadt hat ein leichter oberbayerischer Akzent das Oberpfälzisch von Brigitta Brunner überprägt. Jetzt, wieder daheim, saugt sie alles in sich auf, was sich in den vergangenen Jahrzehnten hier getan hat. Harald Mohr
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