Energieberatung der Verbraucherzentrale: Elke Schröpf hilft Heizkosten sparen
AMBERG. Das Ende der fossilen Energieressourcen war zwar seit Jahrzehnten absehbar, aber richtig ernst wird es erst in der aktuellen Endphase, weil man es richtig im Geldbeutel spürt. Hochkonjunktur für Energieberaterin Elke Schröpf. Die Freie Architektin aus Amberg arbeitet für die Verbraucherzentrale Bayern und gibt in den Beratungsstellen Amberg und Weiden wertvolle Tipps.
Die meisten der Rat Suchenden wollen wissen, wie sie ihre Heizkosten senken können. Dabei geht es meistens um Altbauten. Kein Wunder, denn "77 Prozent des Gebäudebestands sind Altbauten". Und die sind naturgemäß Energiefresser. Aber auch relativ viele angehende Bauherren suchen die Beraterin auf. Noch scheinen viele unsicher zu sein, wo genau die Grenze zwischen nüchterner Ersparnis und mehr ideeller Öko-Weltanschauung verläuft.
Die ist in der Tat nicht einfach zu sondieren: "Bei einem Gebäude gibt es keine Pauschal-Lösungen." Schließlich ist es so individuell wie sein Besitzer. Dieser wird sorgsam abwägen: Schließlich kostet in diesem Fall auch Sparen Geld, will man nicht im Kalten wohnen. Grundsätzlich gilt: Erst dämmen, dann heizen. Das Passivhaus, in der Praxis nur als Neubau zu realisieren, ist das Ideal. Hier muss nur noch bei großer Kälte aktiv geheizt werden. Alles andere liegt irgendwo zwischen diesem Extrem und einem völlig ungedämmten Haus aus den fünfziger oder sechziger Jahren.
14.08.2008
| Netzcode: 1499923
Warm über den Winter kommen
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Neubauten haben hier ihre große Chance, die aber noch immer oft nicht optimal genutzt wird, wie Elke Schröpf bedauert. Dabei lassen sich hier viele Maßnahmen relativ einfach verwirklichen, während sie bei der Altbausanierung oft nicht mehr sinnvoll sind. Wenn die Baugrube schon mal offen ist, kann man leicht einen Lüftungsschlauch mit eingraben, der später die im Erdreich gespeicherte Wärme für die Lüftungsanlage nutzt. Das gleiche gilt für die Wärmetauscher einer Wärmepumpe, die Elke Schröpf deshalb eher für Neubauten empfiehlt.
Eine Dämmung der Gebäudehülle sollte heute selbstverständlich ein, einschließlich des Dachbodens und der Decke des (nicht beheizten) Kellers oder der Bodenplatte. Die neu verbauten Fenster sind sowieso optimal gedämmt. Die Wahl der Heizung ist laut Elke Schröpf dann eher sekundär, da die ja dann im Idealfall nur noch wenig gebraucht wird. Mit Sonnenkollektoren kann man im Sommer unter Umständen ganz auf die Heizung verzichten. Das ist aber im Einzelfall verschieden.
14.08.2008
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Bei Altbauten beginnt die Wärmedämmung erst einmal beim Dachboden. Am einfachsten, billigsten und meist auch selbst zu verlegen ist hier eine Dämmung der Decke. Etwas schwieriger wird es bei einem bewohnten Dachboden, bei dem das Dach selbst gedämmt werden muss. Stufe zwei wären neue Fenster, Stufe drei dann eine Dämmung der Außenwände, die dann aber samt neuem Putz richtig ins Geld geht. Hier gilt es deshalb abzuwägen. "Nicht immer ist die komplette Lösung realisierbar", weiß Elke Schröpf.
Bei Altbauten ist deshalb auch manchmal der Hebel bei der Heizanlage sinnvoller angesetzt. "Bei Altbauten empfehle ich oft eine Holzpelletheizung", sagt Elke Schröpf. Vor allem, wenn sowieso eine alte Ölheizung raus muss und der Öltankraum frei wird als Pellet-Lager. Vorteil der Pellets: Der Preis ist unabhängig von dem fossiler Brennstoffe und hält sich seit geraumer Zeit auf stabilem Niveau. Mit Knappheit und folgender Preissteigerung rechnet die Architektin in unserer waldreichen Region nicht: "In der Oberpfalz wird das kein Thema", ist Elke Schröpf überzeugt.
14.08.2008
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Bei den beliebten Kamin- und Kachelöfen gelte prinzipiell das Gleiche. Jedoch sollte man daran denken, dass diese diskontinuierlich arbeitenden Feuerstätten des regelmäßigen Schürens und der manuellen Regelung bedürfen. Auch hier kann also keine pauschale Empfehlung gegeben werden, sondern jeder Einzelfall ist anders. Ein guter Kompromiss kann auch eine automatisch arbeitende kleine dezentrale Pelletheizung in den Wohnräumen sein, die nur alle paar Tage befüllt werden muss.
Beratung ist also immer sinnvoll. Bei der Verbraucherberatung Bayern ist sie auch anbieterunabhängig. Jeden Mittwoch von 17 bis 19 Uhr steht Elke Schröpf in Amberg in der Herrnstraße 16 nach Terminvereinbarung (Telefon 09621/496721) für Fragen zur Verfügung. In Weiden berät sie in der Herzogstraße 14 (Telefon 0961/36152) jeden zweiten und vierten Donnerstag im Monat zwischen 9.30 bis 13.30 Uhr. Eine etwa eine halbe Stunde dauernde Beratung zu einem Thema kostet jeweils fünf Euro. Mitbringen sollte man Pläne, die aktuellen Verbrauchsdaten, vielleicht auch ein paar Fotos des Anwesens. Für komplexere Fälle bieten die Beratungsstellen auch eine Beratung vor Ort an. So eine einstündige Beratung kostet 45 Euro. Harald Mohr
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