Erbendorfer Hauptschüler proben künftige Ausbildung
TIRSCHENREUTH. Schnupperlehren oder Betriebspraktika für Hauptschüler gibt es schon lange. Zwei achte Klassen der Volksschule Erbendorf haben jetzt aber gleich Nägel mit Köpfen gemacht: Eine Woche lang durften sie nicht nur anderen bei der Arbeit über die Schulter schauen und ab und zu mit anpacken, sondern unter realistischen Bedingungen selbst Lehrling spielen.
Das geht natürlich nicht in einem echten Betrieb. Die Kolping-Berufshilfe Tirschenreuth bietet aber verschiedene Werkstätten an, in denen mit echten Meistern echte Arbeit gemacht werden kann. Und genau da fuhren die Schülerinnen und Schüler vor kurzem eine Woche lang hin.
Dafür wurde extra eine eigene Schulbuslinie eingerichtet, auf der ein Sonderbus verkehrte. "Unsere Schüler sind den ganzen Tag hier und müssen sich an einen normalen Arbeitsrhythmus halten", war Schulleiter Klaus Wendler begeistert, als er seine Schüler bei der Arbeit besuchte. Das Projekt wurde von der Weidener Agentur für Arbeit unter dem Namen "Vertiefte Berufsorientierung" gefördert. Dabei zahlten die Agentur und der Freistaat Bayern je die Hälfte der Kosten in Höhe von 12 000 Euro.
14.08.2008
| Netzcode: 1500433
Eine Woche Lehrling
Erbendorfer Hauptschüler proben künftige Ausbildung
Auch Berufsberaterin Claudia Siegler war bei dem Besuch dabei. Sie freute sich besonders, dass Lana sich als einziges Mädchen für den Bereich Metall entschieden hatte. Die Schülerinnen und Schüler konnten nämlich selbst entscheiden, wo sie ihre einwöchige "Lehre" machen: Zur Auswahl standen weiter die Bereiche Kfz-Mechatroniker, Schreiner, Kaufmann und Gärtner. Die allermeisten Schüler fühlten sich aber in der klassischen Geschlechterrolle wohler. So waren die Kfz-Werkstatt und die Schreinerei fest in der Hand der Buben, während sich für die kauf- "männische" Ausbildung ausschließlich Mädchen interessierten. Auch im Bereich Gartenbau waren es nur die Mädchen, die gerne zu Rechen und Harke griffen.
Schulrat Rudi Kunz vom Schulamt Tirschenreuth begrüßte die Aktion ausdrücklich. "Wir haben es in unserem strukturschwachen Raum schwerer", stellte er fest und freute sich: "Heimische Betriebe setzen wieder mehr auf Hauptschüler." Davon hätten nicht nur die Schüler etwas. "Das sind die Leute, die später da bleiben." Und davon hätte das gesamte gesellschaftliche Leben etwas: "Auch die Vereine profitieren."
14.08.2008
| Netzcode: 1500433
Eine Woche Lehrling
Erbendorfer Hauptschüler proben künftige Ausbildung
Die Meister bei Kolping waren hoch zufrieden mit den Schülern. "Schaut's euch mal die Arbeitsplätze an!", lobte etwa Kfz-Meister Karlheinz Netsch. Nicht nur die Arbeit selbst ist schließlich wichtig. "Auch auf Arbeitstugenden wird Wert gelegt", weiß Rudi Kunz. Dazu gehört nun mal ein ordentlich aufgeräumter Arbeitsplatz.
Die Woche bei Kolping war eng mit der Schule verzahnt. "Die Schüler schreiben jeden Tag einen Bericht", erklärte Johannes Saalfrank, der Geschäftsführer der Kolping-Berufshilfe. So konnte man hinterher das Gelernte in der Schule nachbesprechen. Am letzten Tag, dem "Reflexionstag", tauschten die Schüler zudem ihre Erfahrungen aus.
Als Höhepunkt der Maßnahme stellte man als Gemeinschaftsprojekt mit der Brennschneideanlage einen riesigen Dinosaurier aus Stahl her. Meister Georg Lehner: "Die 118 Teile werden wie bei einem Steckspiel zusammengesteckt und später verschweißt." Vor der Volksschule soll der rund 200 Kilogramm schwere Stahl-Dino dann aufgestellt werden. Das setzt natürlich ein festes Fundament voraus: "Es muss dazu noch ein bissel betoniert werden." Ein festes Fundament für die Berufswahl haben auch die Schüler bei ihrer kurzen Lehre unter Echtzeit-Bedingungen bekommen. Lana jedenfalls fand die Arbeit in der Metallwerkstatt "cool."
WEIDEN. "Ich will doch einfach nur telefonieren", sagt die 72-jährige Kursteilnehmerin und blickt auf die vielen Knöpfe an ihrem nagelneuen Handy. Seit fünf Jahren bietet das
mehr...
Enormes Interesse an Ausstellung des Modellbahnclubs
AMBERG. Drei Wochen lang haben sie ihre 50 Module zusammengeschraubt, die 22 Mitglieder des Modellbahnclub Amberg e.V. (MCA). Am Wochenende war es wieder so weit: Alle zwei Jahre bauen die
mehr...
WALDSASSEN. Krippenfreunde nennen sie auch "Faulenzer-Krippen": Die Kastenkrippe musste man in der Weihnachtszeit nicht jedes Mal neu aufbauen, denn sie war fest in einem Kasten installiert.
mehr...
Tolle Preise für lustigste Teams und für Online-Voter
Eine Riesengaudi mit 21 Dreier-Teams war der 1. Amberger Paddelcup von OWZ und Stadtwerke am Samstag im Kurfürstenbad Amberg. Die "Erwachsenenwertung" (Erwachsene und große Kinder) gewannen die
mehr...