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"Grüß Gott, Herr Luschkow"
Der Pressather Otto Pravida schmiedet bei einer Delegationsreise nach Moskau sein Glück
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| Frühjahrsputz auf dem Roten Platz: Bauarbeiter kehren frischen Sand in die Fugen und tauschen brüchige Steine aus. Der wohl am häufigsten fotografierte Ort Moskaus - vor den Mauern des Kremls und unweit des Rathauses - soll schließlich was her machen. Bild: mvs |
Dort wollte er den Verkaufsschlager seines 40-Mann-Betriebes vorstellen: Strahlenschutzbunker, in denen Ärzte mit Schüssen aus Protonenbeschleunigern Krebszellen zerstören, um der tödlichen Krankheit nachhaltig den Garaus zu machen.
Pravidas Bunker verhindern, dass die hochenergetischen Strahlen nach außen dringen. "Wir füllen die Zwischenräume in den Wänden mit schweren, hochverdichteten Mineralien", erkärt der Pressather die "Sandwich-Methode" seines Prestige-Produkts. "Das ist sicher, günstig und später leicht zu entsorgen", beschreibt der Oberpfälzer ein Angebot, mit dem er nicht am Flughafen versauern wollte.
"Ich wollte mit dem Zug weiter, aber am Gleis war alles auf Kyrill, da verstehst ja nix", schmunzelt Pravida über seine Begegnung mit dem russischen Alphabet und den Entschluss, sich mit den Moskauer Taxifahrern auseinander zu setzen.
Nicht mal Bahnhof
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| Mit einem freundlichen "Grüß Gott" überraschte Otto Pravida (rechts, von hinten) den Moskauer Oberbürgermeister Juri Luschkow (Mitte): "Glücklicherweise hat die Frau neben mir sofort verstanden, worum's geht und die nächsten zehn Minuten übersetzt", schildert der Diplom-Ingenieur ein Gespräch, das auch Vize-Bürgermeister Juri Rosljak (Dritter von rechts) verfolgte. Bild: hfz |
Die scharen sich um potenzielle Kunden, rufen in verschiedenen Sprachen immer lauter ihre Angebote - bis einer die Sprache des Opfers erraten hat, und kein anderer mehr lauter krakelt.
Pravida, vom Lärm und Toben unbeeindruckt, handelte einen der Fahrer hartnäckig von 90 auf 40 Euro hinunter - ein guter Preis, wie eingefleischte Moskauer berichten. Nach rasanter Fahrt auf der fünfspurigen Stadtautobahn erreichte der zielstrebige Oberpfälzer eine viertel Stunde vor dem Delegationsbus die deutsche Botschaft. Begrüßung und Händeschütteln folgten, Offizielles eben. Später - Mitternacht in Moskau, 22 Uhr in Pressath - sah sich Pravida auf eigene Faust den Roten Platz im Zentrum der russischen Metropole an. "Unheimlich war mir da nichts, mir hat ja immer jemand weitergeholfen." Doch am Abend ging dem erschöpften Pressather die Souveränität aus. Er wurde ordentlich über's Ohr gehauen:
"Vom Kreml zum Hotel habe ich umgerechnet 115 Euro geblecht." Der Fahrer hatte die Türen verriegelt. Weil der Oberpfälzer keinen Pass dabei hatte, veranstaltete er kein großes Tamtam. Mit einigen Schimpfwörtern für die Moskauer Taxigilde stieg Pravida aus. Der Fahrer quittierte das Pressather Grollen mit einem lapidaren deutschen "Macht nix!".
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Was da angepriesen wird, ist doch nichts Neues! Wenn der Russe hier nicht Bescheid weiß, waren es ahnungslose Fragensteller.
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