19.08.2008  | Netzcode: 1505845
Erbendorf/ Friedersreuth

Bayern-Ring offenbar gescheitert

Landratsamt Tirschenreuth hat seit November nichts mehr von Initiatoren gehört

Erbendorf/ Friedersreuth . Die Gegner des Bayern-Rings atmen auf. Die im Hessenreuther Wald bei Erbendorf geplante Motorsportanlage wird höchstwahrscheinlich nicht gebaut. Nutzer und Investoren haben sich offensichtlich zurückgezogen. Zu dieser Überzeugung kam die Bürgerinitiative (BI) "Keine Motorsportanlage im Hessenreuther Wald" nach einem Gespräch im Tirschenreuther Landratsamt.

Ernst Grünbauer, Johannes Bradtka und Brigitte
Ernst Grünbauer, Johannes Bradtka und Brigitte Scharf (von links) sowie ihre Mitstreiter Johannes Hippel und Ernst Lang (Fünfter und Sechster von links) sind sich nach einem Gespräch mit Landrat Wolfgang Lippert (Dritter von rechts) sicher, dass vorerst kein Bayern-Ring im Hessenreuther Wald entsteht. Bild: hfz
Landrat Wolfgang Lippert nahm sich viel Zeit für das Treffen mit den fünf BI-Sprechern und gestand, dass er einen Motorsportpark im Hessenreuther Wald derzeit für unwahrscheinlich hält. Ferner gewährte er den Gegnern Einsicht in die Akten des Landratsamts zu dem geplanten Bauvorhaben. Rechtsgrundlage für die Akteneinsicht war das Umweltinformationsgesetz vom 1. Januar 2007.

Keine Initiative der Stadt



Lippert betonte, dass es nach einem ersten Gespräch zu diesem Projekt im November zu keinem Kontakt zwischen Landratsamt und einem potenziellen Investor oder Planfertiger mehr gekommen sei. "Auch die Stadt Erbendorf ist nach unserer Kenntnis nicht bauleitplanerisch tätig geworden, um ein derartiges Projekt zu realisieren. Die erforderlichen landesplanerischen Schritte wurden unseres Wissens auch nicht eingeleitet." Inhalt der November-Unterredung seien die rechtlichen Voraussetzungen für die angedachte Test- und Rennstrecke gewesen.

Bei dieser Besprechung war die Behörde unter anderem davon in Kenntnis gesetzt worden, dass ein Investor südlich der Stadt Erbendorf bei Birkenreuth ein größeres Projekt plante. Neben der Test- und Rennstrecke samt Fahrerlager sollten auch Hotels und andere Anlagen errichtet werden. Die Pläne im Naherholungsgebiet Hessenreuther Wald hatten nach ihrem Bekanntwerden im Januar bayernweit für Schlagzeilen gesorgt. Eine Fläche von rund 200 Hektar Wald sollte für den Bayern-Ring gerodet werden, dessen Bau bereits zuvor an anderen Standorten, unter anderem in Mantel, gescheitert war.

BI bleibt bestehen



Die Gegner des Großprojekts in Erbendorf befürchteten die Zerstörung eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete Bayerns sowie eine große Lärm- und Abgabelastung. Ende Februar gründete sich die Bürgerinitiative, der sich rund 1600 Gegner des Projekts aus den Landkreisen Tirschenreuth und Neustadt/WN angeschlossen haben. Die BI wird nach Auskunft der Sprecher ihre Aktivitäten einschränken, aber dennoch vorerst bestehen bleiben, um weiterhin handlungsfähig bleiben zu können. "Mal sehen, was in Zukunft sonst noch alles im Hessenreuther Wald bei Birkenreuth ausgeheckt wird", sagte BI-Sprecher Ernst Lang.

Für Helmut Prem, den Präsidenten des AvD Weiden, ist das Projekt Bayern-Ring bei Erbendorf ohnehin eine Fata Morgana. "Von unserer Seite gab es nie eine Anfrage ans Landratsamt Tirschenreuth." Der AvD hatte zuvor erfolglos versucht Motorsportparks in Weiden und Mantel zu errichten.


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