Von wegen "Magdeburger Eintagsfliegen": Tokio Hotel sind drei Jahre nach ihrem Durchbruch erfolgreicher denn je
Von Verena Daller und Marie-Theres Grüneich
Zugegebenermaßen, ein Vergleich mit den legendären Beatles, wie man ihn die letzten Monate in diversen Boulevard-Magazinen lesen konnte, ist vielleicht etwas zu voreilig oder weit hergeholt. Der, naja, sagen wir mal sehr "spezielle Fanatismus" und die scheinbar grenzenlose Euphorie um Tokio Hotel jedoch, erinnert schon extrem an die Zustände der 60er Jahre. Nicht nur in sämtlichen europäischen Ländern, sondern inzwischen auch im sonst so scheinbar unerreichbaren Amerika wird Tokio Hotel mittlerweile als anerkannte Rockband gefeiert.
Von Europa bis Amerika
Viele Fans hören aktuell in den Nachrichten, dass die Band auch im Ausland sehr erfolgreich ist. Wie groß der Erfolg jedoch tatsächlich ist, wissen die Wenigsten. Von Luxemburg, Österreich, Polen, Russland, Schweiz, Italien, Serbien, Slowenien, Dänemark, Schweden, Finnland, Norwegen, Portugal, Frankreich, Spanien, Belgien, USA, Kanada bis sogar Brasilien: Abgesehen von Asien und Australien ist der Tokio-Hotel-Hype schon überall verbreitet.
20.08.2008
| Netzcode: 1506089
Durch den Monsun direkt ins Blitzlichtgewitter
Von wegen "Magdeburger Eintagsfliegen": Tokio Hotel sind drei Jahre nach ihrem Durchbruch erfolgreicher denn je
Da stellt man sich doch die Frage, warum die vier jungen Magdeburger ausgerechnet in Deutschland so umstritten sind. Während Jugendliche hierzulande Toleranz und Meinungsfreiheit fordern, kritisieren diese dennoch verwunderlich aggressiv eine Band, die sich seit Jahren trotz aller negativer Einflüsse treu geblieben ist. Vielleicht liegt es an ihrem individuellen Auftreten, der enormen Fanhysterie oder schlichtweg daran, dass sie bereits mit zum Teil 15 Jahren von typischen Jugendzeitschriften unterstützt und somit nie wirklich von denen ernst genommen wurden, die den Herzschmerz der ersten großen Liebe, Zahnspangen und mit Postern tapezierte Wände bereits hinter sich gelassen haben.
Wie ernst das Thema Tokio Hotel manchen Mädchen jedoch ist und wann die Grenzen der Geschmacklosigkeit eindeutig überschritten sind, beweist dieses erschreckende Zitat einer 14-jährigen Französin eines Internetforums an deutsche Fans: "Ihr habt bereits den Zweiten Weltkrieg gegen uns verloren, jetzt verliert ihr auch Tokio Hotel an uns."
20.08.2008
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Was mit diesem Vergleich angesprochen wird, ist die für deutsche Fans aufgrund des weltweiten Erfolgs enttäuschende Abwesenheit der Gruppe im eigenen Land. Vergleicht man aber den internationalen und nationalen Ticketverkauf, ist dies durchaus verständlich. Bei einem Konzert im Roxy-Theater New York wurden beispielsweise Konzertkarten im Wert von rund 800 Dollar gehandelt, während sich hingegen deutsche Hallen nur mäßig füllen.
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