Streit um Gewerbegebiet Atzlricht: Roland Pirner (SPD) holt zum Gegenschlag aus
Wenn es um das Gewerbegebiet bei Atzlricht geht, gibt es in der SPD-Spitze unterschiedliche Meinungen. Während Florian Fuchs und seine Stadtratsfraktion dafür sind, ist Stadtverbandsvorsitzender Roland Pirner dagegen. Was den Amberger Kreisvorsitzenden der Jungen Union, Stefan Ott, zu der Aussage veranlasste: "Meine Mitglieder fragen zu Recht, ob die führenden Köpfe der SPD die Bürger in Amberg hier absichtlich veräppeln wollen oder schlicht und ergreifend nicht miteinander reden" (AZ vom Montag). Dies forderte tags darauf eine Reaktion von Pirner heraus.
"Schon komisch"
Seine Stellungnahme beginnt mit den Worten: "Es ist schon komisch. Eigentlich käme man nicht auf die Idee, die Nachwuchsorganisation der CSU mit Stalinismus in Verbindung zu bringen. Liest man aber die Berichterstattung über die jüngste JU-Kreisvorstandssitzung, fühlt man sich unwillkürlich an das Politikverständnis des Zentralkomitees der SED erinnert."
Mitglied in der BI
Offensichtlich, so Pirner, sei es für die Amberger JU-Spitze völlig unbegreiflich, dass es in einer demokratischen Partei zu einem inhaltlichen Thema unterschiedliche Auffassungen geben kann. "Dass das die Einzelperson Stefan Ott nicht versteht, ist eine Sache. Stefan Ott schließt sich ja immer erst mit der CSU-Kreisvorsitzenden Barbara Lanzinger kurz, bevor er weiß, was er für eine Meinung hat", schreibt der SPD-Stadtverbandsvorsitzende.
Von (kan) |
20.08.2008
| Netzcode: 1506267
Amberg
"Nicht in der DDR oder in China"
Streit um Gewerbegebiet Atzlricht: Roland Pirner (SPD) holt zum Gegenschlag aus
Eine andere Sache sei, dass anscheinend zumindest die überwiegende Mehrheit des Amberger JU-Vorstands genau derselben Auffassung sei. Pirner: "Ich frage mich, was da für ein Demokratieverständnis vorherrscht. Wir sind hier schließlich nicht in der DDR oder in China."
Zum Thema Gewerbegebiet Atzlricht bestätigt Pirner, "dass hier in der Amberger SPD tatsächlich unterschiedliche Auffassungen da sind". In der Bürgerinitiative seien viele Sozialdemokraten Mitglied, zwei davon auch im Vorstand der BI vertreten. "Ich persönlich lehne das Gewerbegebiet ab, weil ich es erstens aus ökologischen und ökonomischen Gründen für nicht sinnvoll halte und ich mich zweitens an meine Aussagen aus der Vergangenheit gebunden fühle", bekennt Pirner Farbe.
"Altmodischer" Mensch
Er gehöre halt "zu diesen altmodischen Menschen, die versuchen, gegebene Versprechen zu halten". Teile der Fraktion seien für das Gewerbegebiet und hätten sich auch in der Vergangenheit dafür ausgesprochen. "Jeder von uns Sozialdemokraten kennt die jeweils andere Position und akzeptiert diese auch - so, wie es in einer demokratischen Partei üblich sein sollte", schließt Pirner.
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