Gewerbesteuer die wichtigste Einnahme der Kommune - 15,7 Millionen Euro im Landkreis
Tirschenreuth. (zed) Die Gewerbesteuereinnahmen sprudeln wieder. Im Landkreis haben die Gewerbetreibenden vergangenes Jahr rund 20,6 Millionen Euro bezahlt. Nach Abzug der Gewerbesteuerumlage (4,8 Millionen Euro) flossen somit 15,7 Millionen Euro in die Kassen der Kämmerer.
Das war ein Plus von 4,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie aus der aktuellen Statistik des Bayerischen Landesamtes für Statistik und Datenverarbeitung hervorgeht. Bayernweit steigen die Einnahmen aus der Gewerbesteuer seit 2002 stetig. Gegenüber dem Vorjahr kletterten sie um rund 404,6 Millionen Euro oder acht Prozent auf insgesamt 5,46 Milliarden Euro.
Im Landkreis Tirschenreuth entwickelten sie sich in den letzten fünf Jahren folgendermaßen: Im Jahr 2003 blieben nach Abzug der Umlage insgesamt 5,6 Millionen Euro Einnahmen übrig. Ein Jahr später kletterten die Einnahmen auf 7,5 Millionen Euro. 2005 registrierten die Statistiker hier dann Gewerbesteuereinnahmen in Höhe von 15,5 Millionen Euro. Im folgenden Jahr sanken sie auf 15 Millionen Euro, vergangenes Jahr blieben nun 15,7 Millionen Euro übrig.
Nicht vom Tisch
Die Gewerbesteuer ist die größte und deshalb wichtigste Einnahmequelle der Kommunen. So sehen es zumindest die Städte und Gemeinden. Die Unternehmer fordern indes immer wieder lautstark die Abschaffung. Mit Inkrafttreten der Unternehmenssteuerreform im Jahr 2008 schien die Diskussion endgültig vom Tisch. Doch jetzt erwägt die Föderalismuskommission, die Gesetzgebungskompetenz vom Bund auf die Länder zu übertragen. Jedes Bundesland könnte selbst bestimmen, ob es eine Gewerbesteuer erhebt und wie es die Steuersätze bemisst.
Von (zed) |
27.08.2008
| Netzcode: 1513484
Tirschenreuth
Die Geldquelle der Kämmerer
Gewerbesteuer die wichtigste Einnahme der Kommune - 15,7 Millionen Euro im Landkreis
"Das würde ein Steuerchaos in Deutschland auslösen und den Ruf nach völliger Abschaffung der Gewerbesteuer wieder laut werden lassen", warnt Münchens Oberbürgermeister Christian Ude, Präsident der Deutschen Städtetages und stellvertretender Vorsitzender des Bayerischen Städtetags. Vergangenes Jahr floss reichlich Geld aus der Gewerbesteuer in die Kassen der bayerischen Kommunen. Fast die Hälfte aller Gewerbesteuereinnahmen (rund 2,7 Milliarden Euro) verbuchten allein die 25 kreisfreien Städte Bayerns.
Bei über einem Drittel aller bayerischen Stadt- und Landkreise fielen sie aber zum Teil erheblich niedriger aus als im Vorjahr. Allen voran die Kreise Lindau und Main-Spessart sowie die Städte Erlangen und Weiden mit einem Minus von 33 bis 49 Prozent. Auf der anderen Seite verzeichneten Bayreuth und Amberg sowie die Landkreise Weilheim-Schongau, Erlangen-Höchstadt, Amberg-Sulzbach und Freising Mehreinnahmen von bis zu 103 Prozent.
Insgesamt mussten die Firmen im Landkreis im letzten Jahr 20,6 Millionen Euro Gewerbesteuer zahlen, 7,7 Prozent mehr als im Vorjahr. 4,8 Millionen Euro davon gingen als Umlage an den Bund und den Freistaat. Übrig blieben in den Kassen der Kämmerer somit rund 15,7 Millionen Euro als Netto-Einnahme. Umgerechnet auf die Einwohnerzahl, ergibt sich für den Landkreis Tirschenreuth ein Gewerbesteueraufkommen von 267,27 Euro pro Einwohner. Das ist weniger als im Landesdurchschnitt mit 544,91 Euro angibt.
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27.08.2008
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Gewerbesteuer die wichtigste Einnahme der Kommune - 15,7 Millionen Euro im Landkreis
Hebesatz gesenkt
Die Kommunen können ihre Einnahmen aus der Gewerbesteuer in gewissen Grenzen beeinflussen. Je höher der Hebesatz, desto mehr müssen die Gewerbetreibenden bezahlen und desto mehr Geld fließt in die Kassen. Je höher allerdings der Hebesatz einer Kommune, desto unattraktiver ist es für einen Betrieb, sich dort anzusiedeln. Bayernweit lag der durchschnittliche Hebesatz vergangenes Jahr bei 372,4 Prozentpunkten, im Landkreis sank er dagegen auf 319,1 Prozent.
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