Amberger Bodo Rufenach erfüllt sich einen Traum - Am Sonntag heißt es "Leinen los"
Amberg. (oec/ath) Sein Boot heißt "Balu", was an den gleichnamigen Bären und seinen legendären Song aus dem "Dschungelbuch" erinnert: "Probier's mal mit Gemütlichkeit". Dass die Tour "gemütlich" wird, kann man Bodo Rufenach nur wünschen, zumindest will er sich genügend Zeit dafür lassen: Acht Jahre lang möchte der Amberger mit seinem Segelschiff auf Weltumseglung gehen. Am kommenden Sonntag heißt es "Leinen los".
Es ist ein Traum, den der Inhaber einer Segel- und Motorbootschule schon seit einem Vierteljahrhundert träumt. Jetzt erfüllt ihn sich der 55-Jährige. Am 31. August um 14 Uhr geht es los. Und zwar im Nürnberger Hafen, wo Bodo Rufenach bereits ab 10 Uhr - dem Anlass entsprechend - mit einer großen Party verabschiedet wird. Acht Jahre Zeit nimmt er sich natürlich nicht nur für das Segeln, sondern der Amberger will auch ausgiebig Länder und Leute kennenlernen - fast überall da, wo er anlegt.
Doch bevor er am Sonntag auslaufen kann, musste in den vergangenen Monaten das 10,5 Meter lange Stahlschiff entsprechend gut für die lange Reise vorbereitet werden. So seltsam es auf den ersten Blick klingen mag, das wichtigste Bedürfnis an Bord ist Wasser. Gemeint ist natürlich Süßwasser zum Trinken, das früher bei Atlantiküberquerungen oft mitgenommen werden musste und dann knapp werden konnte. Heute allerdings gibt es schon kleine Meerwasserentsalzungsanlagen, die auf dem Schiff in nur einer Stunde fünf Liter See- in Süßwasser umwandeln.
27.08.2008
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Amberg
Acht Jahre auf Weltumseglung
Amberger Bodo Rufenach erfüllt sich einen Traum - Am Sonntag heißt es "Leinen los"
Für Rufenach bedeutet dieser Vorteil, dass er nicht nur genügend Wasser zum Trinken haben wird, sondern er kann damit sogar duschen. Treibstoff ist im Gegensatz zu früher ebenfalls kein Problem mehr, Diesel gibt es heute auf der ganzen Welt zu kaufen. Ein anderes Problem auf hoher See ist der Strom. Zwar sind an Bord genügend Batterien, aber die müssen natürlich immer wieder aufgeladen werden. Elektrizität wird nicht nur zum Starten des Dieselmotors benötigt, sondern auch für die gesamten Navigationsgeräte, Radar, ein weltweites Ortungssystem, Funk, Satellitentelefon, das Telex für den täglichen Wetterbericht, die Schiffsbeleuchtung bei Nacht und den Computer zum Senden von E-Mails. Da auf dem Meer fast immer eine frische Brise weht, soll dem Amberger hier auf seiner "Balu" ein Windrad helfen, die Batterien stets neu zu laden.
Den überdimensional großen Segelmast von 20 Metern kann Bodo Rufenach erst in Rumänien aufstellen, wenn keine Brücken auf der Donau mehr auftauchen, die der 55-Jährige zuerst bereist. So sieht seine erste Etappe aus: Von Nürnberg aus durch den Rhein-Main-Donau- Kanal in die Donau, stromabwärts über Österreich, Ungarn und Rumänien ins Schwarze Meer. Von dort durch den Bosporus und die Ägäis in die Südtürkei, wo der Weltumsegler heuer überwintern will, bevor dann die Weltumseglung mit Kurs auf Kap Hoorn weitergehen soll.
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