27.08.2008  | Netzcode: 1514451
Waldeck

Strauchdieb plant Mordanschlag

Komplott gegen den Kaiser - Spontanes Historienspiel beim Waldecker Ritterfest

Waldeck. Was wäre das Mittelalter ohne Intrigen, ohne Gut und Böse? Ohne edle Ritter und skrupellose Schurken? Beim Ritterfest am Burgberg in Waldeck kamen all diese Bilder vergangener Zeiten zum Ausdruck. Spontan organisierten mehrere Teilnehmer eine Aufführung, die bei den Besuchern sehr gut ankam.

Mit dem Tod durch die Guillotine wurde der
Mit dem Tod durch die Guillotine wurde der Verräter bestraft. Realistisch stellten die Mittelalterfreunde die harten Sitten der damaligen Zeit dar. Die scharfe Klinge wurde durch eine eiskalte Wasserdusche imitiert. Bild: hwk
Heller Aufruhr entstand, als es hieß, dass auf den Regenten des Reiches ein Attentat verübt wurde. Kaiser Ludwig IV. sollte auf Burg Waldeck sterben, damit das Herrschaftsgebiet geschwächt wird und sein Kontrahent, Kaiser Philipp der Schöne, das Bollwerk in der Obern Pfalz einnehmen konnte.

Herrscher entkommt knapp



Ein Strauchdieb, dargestellt von Marco Kellner aus Ebnath, nahm sich dieser Aufgabe an und wollte den Kaiser, dargestellt von Hans Lukas, hinterrücks ermorden. Der mörderische Plan konnte allerdings vereitelt werden. Der Herrscher entkam knapp dem Komplott. Dem feigen Übeltäter gelang die Flucht. Nach einer längeren Suche der Waldecker Ritter und der Kemnather Stadtwache konnte der junge Mann, der vom Kaiserlichen Gegenspieler angeworben worden war, gefasst werden.

Hetztiraden bis zum Tod



Umringt vom Volk ging es für den Delinquenten im Schandkarren über den Burgberg hinauf zum weithin sichtbaren Schafott. Gut behütet wurde dieser von den Landsknechten, mit denen er bis zur Ergreifung ein übles Verfolgungsspiel trieb. Völlig fassungslos hetzte der Verbrecher, der auf sein Todesurteil wartete, gegen Kaiser Ludwig. Er wünschte ihm Tod und Teufel und gab sein Leben für Kaiser Philipp den Schönen, den aus seiner Sicht wahren Herrscher des Reiches.

Unbeeindruckt nahm dieser mit seiner Frau Beatrix am Schauprozess teil, der durch einen markanten Ankläger geführt wurde - verkörpert von Dr. Bernd Thieser.

Erheblichen Widerstand leistete der Verurteilte, als ihn die Landsknechte unter das Fallbeil legten. Der Kaiser demonstrierte mit einem hämischen Grinsen seine Autorität gegenüber dem Volk, das das Schauspiel gespannt verfolgte. Durch die authentischen Dialoge der Darsteller - die Burgruine im Rücken - konnten die Zuschauer erahnen, wie grausam solch' eine Hinrichtung war. Mit stürmischem Applaus wurden die Laiendarsteller für ihre Aufführung, die ohne vorherige Proben über die Bühne ging, belohnt.

Weitere Informationen im Internet:

www.oberpfalznetz.de, Netzcode 1512321


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