Der neue Bürgermeister will die Schule sichern, Betriebe ansiedeln und über 3000 Einwohner kommen
Schmidgaden. (am) "Es macht mir Spaß", bereut es Rudolf Birner mit keiner Silbe, dass er sich nach langem Zögern dazu entschied, im März für das Amt des Bürgermeisters zu kandidieren. Nachdem er seinen Vorgänger Johann Prifling bezwungen hatte, steht der 60-Jährige nun seit Mai an der Spitze der Gemeinde. Seine Hauptsorge gilt im Moment dem Erhalt der Hauptschule.
Von den Schülerzahlen her wäre die einzügige Fortführung der Schule zumindest bis zum Jahr 2014 gesichert, wenngleich ab dem kommenden Herbst ein ganzes Stockwerk leer stehen wird im Schulgebäude. Doch was kommt dann? "Der Staat muss die Gemeinden stärker beim Erhalt ihrer Schulen unterstützen", fordert Birner. Denn für ihn steht fest: Die ländliche Bevölkerung braucht ihre Schule vor Ort. Nur so kann die Einwohner-Abwanderung vom Land in die Großstadt verhindert werden. Wenn sich junge Leute für einen Bauplatz interessieren, tauche immer als Allererstes die Frage auf: Wie steht's mit der Schule? Verkehrsnetz und Infrastruktur - Einkaufsmöglichkeiten und ärztliche Versorgung - spielen dabei ebenfalls bedeutende Rollen. "Da stehen wir gut da", betont Birner, dass sich die 2900-Einwohner-Gemeinde gerüstet sieht und über gute Entwicklungsmöglichkeiten verfügt.
Chancen durch die A 6
Dazu trägt freilich ganz maßgeblich die Autobahn bei, die in der kommenden Woche eröffnet wird. Direkt am A 6-Zubringer erschließt die Gemeinde ein neues Industrie- und Gewerbegebiet, zusammen elf Hektar groß. Einen ersten ernsthaften Interessenten gibt es auch schon: Ein Hersteller von Ladentheken trägt sich mit dem Gedanken, einen neuen Betrieb mit etwa 40 Arbeitsplätzen sowie eine Tankstelle mit Shop zu bauen. Da gilt es für den Bürgermeister jetzt, am Ball zu bleiben. In Schmidgaden hätte die Gemeinde auch in einem weiteren Gewerbegebiet noch Flächen anzubieten.
Von (am) |
06.09.2008
| Netzcode: 1524262
Schmidgaden
Chef in einer aufstrebenden Gemeinde
Der neue Bürgermeister will die Schule sichern, Betriebe ansiedeln und über 3000 Einwohner kommen
Daneben ist die Kommune darauf bedacht, ihre fünf Wohnbaugebiete zu füllen. Am Anger in Schmidgaden, Am Lohhang und am Marberg in Trisching, am Tulpenweg in Rottendorf und in der Finkenlohe in Inzendorf gibt es genügend Bauplätze.
Doch auch noch andere große Aufgaben sieht Rudolf Birner in nächster Zeit auf sich und die Gemeinde zukommen. Der Bürgermeister denkt da vor allem auch an die bisher mangelhafte DSL-Anbindung. Das "schnelle Internet" steht fast nirgends in der Gemeinde zur Verfügung. Da gelte es in naher Zukunft, eine Verbesserung ab dem Knotenpunkt bei Grafenricht herbeizuführen. Doch die zu erwartenden Kosten wollen erst einmal finanziert sein.
Naturbad ein Wunsch
Eine Frage des Geldes wird es ebenso sein, inwiefern sich ein anderer Gedanke des neuen Bürgermeisters verwirklichen lässt. Im Magdalenental in Trisching würde ihm an der Stelle des Badeweihers, bei dem man laufend mit Überdüngungsproblemen zu kämpfen hat, ein Naturbad vorschweben. Da hat er auch bereits Kontakt zum Stimmkreisabgeordneten Otto Zeitler aufgenommen, um abzuklären, inwiefern es dafür Mittel aus München geben könnte. "Wir sind da noch ganz im Anfangsstadium", betonte Birner in einem Gespräch mit der NT-Redaktion, dass dieses Vorhaben erst noch konkretisiert werden müsse. Demnächst wolle man sich erst einmal ein ähnliches Bad in Schnaittenbach anschauen.
Weiter stehen der Bau des Radweges zwischen Schmidgaden und Trisching und die Sicherung der Wasserversorgung für einige Ortsteile an. An Betätigungsfeldern wird es dem neuen Bürgermeister also nicht fehlen.
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