FDP-Abgeordneter Dr. Konrad Schily beim Informationsbesuch in Tirschenreuth - Gesundheitspolitik ein Thema
Klare Worte sprach der FDP-Bundestagsabgeordnete Dr. Konrad Schily. Der jüngste Bruder des ehemaligen Bundesinnenministers Otto Schily erntete viel Applaus, als er in einer lockeren Gesprächrunde im Kettelerhaus meinte: "Es wäre wichtig, dass die CSU in Bayern eins auf die Mütze bekommt."
Klare Worte auch zum Gesundheitsfond. "Der muss unbedingt wieder weg. Die Menschen in diesem Land haben etwas besseres verdient." Die Gesundheitsreform, so der Gründungspräsident der Privatuniversität Witten/Herdecke, sei ein katastrophales Werk, das außer zig-Millionen Kosten nichts bringe.
Die FDP fordere, dass sich jeder seine Versicherung selbst suchen müsse. "Jeder aber dort, wo er will." Seine ehemalige Assistentin habe herausgefunden, so berichtete Schily, dass Texte der Gesundheitsreform sogar den Lenin-Texten aus dem Jahre 1917 ähnelten.
Das neue Gesundheitssystem war für den 70-Jährigen tiefe Ideologie, im wesentlichen gestaltet von einer Gruppe von Sozialdemokraten, die ein Einheitssystem in ganz Deutschland einführen wollten. "Die Rechte der Patienten und der Ärzte werden stark beschnitten." Der unsägliche Gesundheitsfond sorge dafür, dass alle Ärzte in Deutschland, egal ob in München, Tirschenreuth oder Rostock, "gleichbehandelt" werden. "Und dies soll dann sozial sein?"
Von (kro) |
06.09.2008
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Tirschenreuth
"Der CSU eins auf die Mütze geben"
FDP-Abgeordneter Dr. Konrad Schily beim Informationsbesuch in Tirschenreuth - Gesundheitspolitik ein Thema
Wirtschaftliche und rechtliche Gesichtspunkte, so Schily, der früher selbst als Arzt arbeitete, würden höher eingestuft als die Hilfe für den Patienten. Der Arzt von heute dürfe nur noch nach einer Liste, nach einem Controller-System, arbeiten. Das koste unheimlich viel Geld, Milliarden-Beträge, die nicht sein müssten. Schily missfiel auch der Ausdruck Gesundheitskasse. "Es ist und bleibt die Krankenkasse." Vor 50 Jahren seien viele Gesetze und Maßnahmen geschaffen worden, unter denen heute der soziale Bereich immer noch leide.
Die kassenärztliche Vereinigung habe sich als Monopoldienst durchgesetzt. Sachleistungen seien auf-, ärztliche Leistungen hingegen abgewertet worden. Immer wieder seien neue "Jahrhundertgesetze" eingeführt worden. "Die Kosten stiegen trotzdem weiter." Dabei gebe es genügend Vorschläge, wie sie gesenkt werden könnten.
Vor der Veranstaltung im Kettelerhaus besuchte Dr. Konrad Schily die Plößberger Arztpraxis des Landtagskandidaten Dr. Albert Pointinger und informierte sich vor Ort über die Probleme. Im Kettelerhaus traf er auch weitere Landtags- und Bezirkstagskandidaten, aber auch auf einige Ärzte aus der Region, mit denen er nach seiner Rede noch ausgiebig diskutierte.
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