Landtagsabgeordneter Heinz Donhauser (CSU) über seinen Weg in die Politik und "echte Helden"
Donhauser:. Amberg. (ll) Wer das Landtags-Direktmandat im Stimmkreis Amberg-Sulzbach gewinnen will, muss an ihm erst einmal vorbei: Heinz Donhauser (CSU) sitzt seit 1990 im Maximilianeum und verzeichnete bei der Wahl 2003 eine Zustimmungsrate von 55,4 Prozent. Der Raigeringer, zu dessen politischen Vorbildern Franz-Josef Strauß zählt, verrät im Sommergespräch, warum die Tätigkeit als Abgeordneter nicht nur anstrengend, sondern auch schön ist.
Herr Donhauser, bei Ihrem Lebenslauf ist es nahe liegend, dass Sie zu Ihrem politischen Engagement in der CSU auch in Abgrenzung zu den Ideen der 68er kamen.
Ich verbrachte gerade meine Jugend in Raigering, als ich den Ideen der sogenannten 68er begegnet bin. Es war allerdings ein längerer Prozess, der mich den Weg über die Junge Union gehen ließ. Tatsächlich war aber für uns das Ende der 68er-Zeit mit der ganzen Gewalt sehr abschreckend.
Haben Sie, als die Direktkandidatur bei der CSU umstritten war, auch mal mit dem Gedanken gespielt, wieder in ein "normales" Leben ohne Abgeordnetenmandat zurückzukehren?
Nein, darüber habe ich gar nicht nachgedacht. Obwohl ich gerne Lehrer war und der Übergang zum Abgeordneten mir damals schwergefallen ist. In Religion und Elektrotechnik würde ich mir das Unterrichten auch wieder zutrauen, in Informatik bin ich aber doch etwas aus der Übung. Bei der Nominierung hat mir gutgetan, dass meine Parteifreunde mich mit 90 Prozent gewählt haben. Dass sich auch andere für das Direktmandat interessieren, halte ich übrigens für ganz legitim. So viel Demokrat muss man sein.
08.09.2008
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Donhauser:
Strauß-Rede das Schlüsselerlebnis
Landtagsabgeordneter Heinz Donhauser (CSU) über seinen Weg in die Politik und "echte Helden"
Woher nehmen Sie nach den vielen Jahren in der Politik die Motivation für den Knochenjob Abgeordneter?
Als Abgeordneter erlebt man jeden Tag etwas Neues, es wiederholt sich überhaupt nicht. Ich bin tagtäglich in neuen Situationen, das ist mir schon eine Motivation. Und dann natürlich, dass ich den Menschen meiner Heimat helfen kann. Man kann aber nicht alles lösen. Das schafft die Politik einfach nicht.
Wird das jetzt Ihre letzte Wahlperiode im Landtag sein?
Zunächst bitte ich die Wähler erst einmal um das erneute Vertrauen für die nächsten fünf Jahre. Später werden wir dann gemeinsam diese Frage klären. Denn ich kann im Voraus alle möglichen Überlegungen anstellen, letztlich entscheidet aber ein Höherer darüber, ob ich zum Beispiel gesund bleibe.
Dann haben Sie noch keine Pläne für das Leben danach? Eine Weltreise wäre doch der Klassiker?
Eine Weltreise mache ich sicher nicht. Es hat mir gereicht, was ich als Abgeordneter schon immer unterwegs war. Wenn, dann freue ich mich auf Enkelkinder.
08.09.2008
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Strauß-Rede das Schlüsselerlebnis
Landtagsabgeordneter Heinz Donhauser (CSU) über seinen Weg in die Politik und "echte Helden"
Von wem haben Sie denn im Landtag besonders viel gelernt, wer hat Sie beeindruckt?
Vor allem die Landtagspräsidenten, zuletzt Alois Glück, ein großer christlich-sozialer Denker. Man darf aber keinen der Landtagskollegen unterschätzen, jeder hat sich in seinem Stimmkreis durchsetzen müssen. Mit Respekt sehe ich vor allem meine jungen Kolleginnen, die den Knochenjob als Abgeordnete mit der Familie unter einen Hut bringen.
Haben Sie politische Vorbilder?
Als Politiker hat mich Franz-Josef Strauß tief beeindruckt. Als junger Mensch habe ich ihn auf dem Amberger Marktplatz erlebt, das war für mich ein Schlüsselerlebnis. Es war faszinierend, wie seine Rede die Menschen gefesselt hat und wie er Politik in ihren Zusammenhängen verständlich machen konnte. Vorbilder waren auch meine Eltern, die mir gezeigt haben, wie man mit Liebe für die Heimat, Gottvertrauen und harter Arbeit den Weg im Leben findet.
Da sind wir ja schon außerhalb der Politik.
08.09.2008
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Strauß-Rede das Schlüsselerlebnis
Landtagsabgeordneter Heinz Donhauser (CSU) über seinen Weg in die Politik und "echte Helden"
Ja, und da faszinieren mich besonders Menschen, die mit schweren Handicaps oder Krankheit ihr Leben meistern. Nehmen Sie nur den Gewichtheber Matthias Steiner, der nach dem Tod seiner Frau wieder den Mut und die Kraft findet, Olympiasieger zu werden. Das sind die echten Helden.
Mit welchen Abgeordneten anderer Parteien verstehen Sie sich besonders gut?
Hier muss ich wohl mit dem Vorurteil aufräumen, dass wir die parlamentarische Auseinandersetzung mit ins Private hinübernehmen. Man kann sich auch über die Parteigrenzen hinweg gut verstehen.
Zum Beispiel?
Besonders stark erlebt habe ich das im Hochschulausschuss, wo man etwa bei gemeinsamen Veranstaltungen nicht nach Parteien getrennt sitzt, sondern so, wie man kommt. Das schlägt sich dann auch in der Stimmung nieder. Als Namen fallen mir da Peter Hufe (SPD) oder Ulrike Grote (Grüne) ein.
Was würden Sie im Landtag ändern, wenn Sie könnten?
Rein optisch würde ich mir etwas von der staatstragenden Atmosphäre des alten Plenarsaals zurückwünschen. Und ansonsten: Wenn mich etwas bewegt, dann ändere ich das schon. Dafür suche ich mir Mehrheiten und finde sie auch, wenn meine Argumente gut sind.
08.09.2008
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Landtagsabgeordneter Heinz Donhauser (CSU) über seinen Weg in die Politik und "echte Helden"
Was gefällt Ihnen an Amberg besonders gut, wenn Sie aus München in die Stadt zurückkehren?
Ich bin stolz auf die Menschen in der Region, weil sie ihre Heimat lieben und deshalb Kultur und Tradition aufrecht halten. Gemeinsame Feste und Kirwan erlebt man etwa in den Großstädten bei weitem nicht in dieser Form.
Gehen Sie derzeit lieber in den Landtag oder in den Stadtrat?
Ich weiß, worauf sie hinauswollen. Sagen wir es so: Unqualifizierte Äußerungen, die uns nicht voranbringen, sind sowohl im Landtag als auch im Stadtrat lästig und unnötig.
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