München
Im Manteler Forst wäre genügend Platz
Landwirtschaftsministerium: Das Auerwild ist in Bayern auf dem Rückmarsch - Bergmischwälder für die Großhühner nicht optimal
Bayernweit wird die Zahl der Vögel auf nur noch rund 1000 geschätzt. Vor 30 Jahren waren es etwa doppelt so viele, erfuhr der Grünen-Abgeordnete Christian Magerl auf Anfrage. "Die Vorkommen verinseln fortschreitend", heißt es in der Ministeriumsantwort. In den Mittelgebirgen hätten sich die Waldvögel in die Hochlagen über 800 Meter zurückgezogen. Nach Einschätzung des Ministeriums schwinden aber genau dort die Lebensräume durch den forstlich wünschenswerten Aufbau naturnaher Bergmischwälder weiter. Auch die in den Mittelgebirgen überdurchschnittlich hohen Stickstoffeinträgen machten dem Auerwild zu schaffen. Die damit verbundene Überdüngung der Waldböden sorge für ein Zurückweichen der für die Tiere überlebensnotwendigen Heidelbeere. An deren Stelle entstünden weitläufige Grasflächen, die von den Hühnern aber gemieden würden. Warum die Tiere nicht in tiefer gelegene, geeignete Lebensräume ausweichen würden, wie sie zum Beispiel im Oberpfälzer Wald oder im Manteler Forst bei Weiden vorhanden wären, sei unklar. Dort seien bislang nur vereinzelt Tiere gesichtet worden. Die Bayerischen Staatsforsten sind nach Angaben des Ministeriums dazu verpflichtet, bei der Waldbewirtschaftung die Bestandssicherung gefährdeter Arten zu berücksichtigen. Sie ständen dabei "in großer Verantwortung". Deshalb müssten in den Vorkommensgebieten des Auerwilds geeignete Waldstrukturen möglichst langfristig erhalten oder neu geschaffen werden. Ziel müsse die Vernetzung isolierter Vorkommen durch die Renaturierung von Gewässerläufen und Moorflächen sowie die konsequente Durchforstung von dichten Jungwaldbeständen sein, um dort Heidelbeerwuchs zu ermöglichen. Windwurfflächen, die neue Lebensräume für das Auerwild begründen könnten, sollten nur mit Rücksicht auf deren Bedürfnisse aufgearbeitet werden. Vor allem während der Balz- und Brutzeiten sowie während der Jungenaufzucht sollten Eingriffe vermieden werden, da schon der Ausfall eines Brutjahrganges "drastische Folgen" haben könnte. Bei den Grünen ist man sich nicht sicher, ob der Schutz des Auerwilds bei den Staatsforsten in besten Händen ist. Seit der Umwandlung der Staatsforsten in ein Unternehmen habe es zu viele Fälle gegeben, in denen die finanzielle Erfolgsbilanz wichtiger gewesen sei als die vorbildliche Waldbewirtschaftung und der Schutz bedrohter Arten.
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