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27.09.2008  | Netzcode: 1550436

Briefe an die Redaktion

Auf Zivilprozess

gleich verzichten?



Sind Zivilprozesse von Opfern gegen Gewalttäter überhaupt noch finanzierbar? Diese Frage stellt ein Weidener nach den Geschehnissen beim Prozess gegen die "Stadtbad-Schläger":

Da wird ein Vater mit einem Kind auf offener Straße von Heranwachsenden brutal zusammengeschlagen, und der Richter meint im Zivilprozess, in dem es um die Entschädigung des Opfers geht, man hätte sich die zu erwartenden Prozesskosten von 50 000 Euro ersparen können, denn von den angeklagten Tätern sei ohnehin nichts zu holen. Müssen wir in Zukunft damit rechnen, dass Gewaltopfer besser gar nicht vor Gericht ziehen dürfen, wenn die Gefahr besteht, dass der Staat die Prozesskosten tragen muss?

Sind Recht, Sühne und Entschädigung nur noch eine Frage der Finanzierung? Dienen Prozesse nur noch der Bereicherung der Rechtsanwälte?

Immerhin hat in diesem Prozess das Engagement des Opferanwalts dazu geführt, dass Tatzeugen gehört wurden, die bestätigen konnten, dass alle fünf Täter auf das Opfer eingeschlagen haben.

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