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Von Frank Werner  |  30.09.2008  | Netzcode: 1552514

Beim Spiel der Christsozialen auf Zeit tickt eine Bombe

Kommentar von Frank Werner

Nach dem politischen Erdbeben von Sonntagabend steht die CSU vor weiteren Erschütterungen. Mit der Weigerung, schnell personelle Konsequenzen aus dem Desaster zu ziehen, drohen der Partei endlose quälende Diskussionen und Querschüsse. Die größte Pleite der Christsozialen der letzten 50 Jahre, aber Parteichef Erwin Huber nimmt nicht seinen Hut. Sogar Generalsekretärin Christine Haderthauer darf vorerst weitermachen. Das belegt, dass die CSU jedes Gespür für die Stimmungslage in der Bevölkerung verloren hat. Erwin Huber und Günther Beckstein spielen ein gefährliches Spiel auf Zeit.

Die Schüsse gegen Edmund Stoiber noch am Wahlabend belegen die Hilflosigkeit der Führung. Wie lange wird der Ehrenvorsitzende still halten? Wie verhält sich Horst Seehofer in der größten Krise der Partei? Wie stark begehrt die Junge Union auf? Der Flächenbrand wird bis zum Sonderparteitag am 25. Oktober erst richtig lodern.

Bei der CSU wird es also im Gebälk noch richtig krachen. Seltsam mutet es dabei an, dass in der SPD vor allem über das Desaster der Schwarzen gejubelt wird. Spitzenkandidat Franz Maget nimmt die Abwärtsspirale seiner Partei mit einem Lächeln hin. Dass seine Person mangels Alternative nicht in Frage gestellt wird, ist ein Armutszeugnis sondersgleichen.

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