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Von Albert Franz  |  01.10.2008  | Netzcode: 1553773

Krisenmanagement à la CSU: Seehofer, und wer noch?

Kommentar von Albert Franz

Dank ihrer jahrzehntelangen Regierungserfahrung hat die CSU eine ganz eigene Form des Krisenmanagements entwickelt. Gefahr ist immer dann im Verzug, wenn der Parteivorstand zusammenkommt und anschließend verkündet, es werde keine personellen Konsequenzen geben. Das ist dann meist schon das politische Todesurteil. So war es bei Max Streibl, bei Edmund Stoiber und jetzt auch bei Erwin Huber und Günther Beckstein.

Das CSU-Krisenmanagement nämlich spielt sich nicht im Vorstand ab, sondern in den vorgelagerten Machtzentren, als da wären die Bezirksvorstände, wahlweise die CSU-Landesgruppe in Berlin oder die Landtagsfraktion in München. Diesmal sind es offenbar die Oberbayern, die im Bunde mit der Landesgruppe das Aus für Erwin Huber besiegelt haben. Horst Seehofer brauchte keine Bedenkzeit und sprang ein. Schließlich fühlte er sich schon vor einem Jahr als der bessere Kandidat. Jetzt endlich kann er sich bestätigt und rehabilitiert fühlen.

Bliebe noch die Personalie Beckstein. Er kämpft um sein Amt, hat aber eigentlich schon verloren. Retten könnte ihn nur, dass sich keines der Lager stark genug fühlt, seinen Wunschkandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten durchzudrücken. Das letzte Wort über Beckstein hat heute die Landtagsfraktion. Und sie hat es auch in der Hand, ob sie nur Krisenmanagement betreibt, oder Vertrauen zurückgewinnt.

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