Notruf für Frauen und Mädchen des SkF besteht seit 20 Jahren
Amberg. (ll) "Wenn ich von meiner Arbeit erzähle, bedauern mich ganz viele." Hannelore Wehner-Meister, eine der beiden Hauptamtlichen beim Notruf für Frauen und Mädchen, produzierte mit ihrer Aussage bei der Feier zum 20-jährigen Bestehen der Einrichtung Betroffenheit. Sie machte aber gleichzeitig klar, wie erfüllend und freudvoll es sein kann, einer Frau aus dem Teufelskreis der häuslichen Gewalt herauszuhelfen.
Die Ehrengäste - eine große Schar aus Geistlichkeit, Politik, Ämtern und Hilfsorganisationen war im Dreifaltigkeitssaal erschienen - kleideten dieses Spannungsverhältnis in ihren Reden wiederholt in die Wendung "Schade, dass es euch geben muss, aber gut, dass es euch gibt." Marianne Gutwein, Vorsitzende des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) Amberg, unter dessen Trägerschaft der Notruf läuft, erinnerte an die Anfänge, als Gewalt gegen Frauen ein Tabuthema war und die Schaffung von Notrufen und Frauenhäusern erste Anlaufstationen für die Betroffenen brachte. Amberg war dabei einer von sieben Modellstandorten in Bayern, inzwischen gibt es 33 Notrufe. Weil die Unterbringung der Frauen das drängendste Problem gewesen sei, habe der SkF in Eigenregie Schutzwohnungen eingerichtet. Aufbauend auf dem Notruf folgten Selbsthilfegruppen, Präventionsprojekte und das Projekt Moses, in dem Frauen anonym gebären können.
Stewens macht Hoffnung
Gutwein verhehlte auch nicht das Problem: "Die Finanzierung des Notrufs ist unser großes Sorgenkind." Neben den 17 000 Euro, die das bayerische Sozialministerium gewähre, und den zusammen 26 000 Euro von Stadt Amberg und Landkreis Amberg-Sulzbach sowie freiwilligen Leistungen einiger Gemeinden setze der SkF jährlich rund 30 000 Euro aus eigenen Mitteln dafür ein. Die um zusätzliche Zuschüsse gebetene Sozialministerin Christa Stewens konnte in diesem Punkt sogar ein Stück weit Hoffnung machen: "Ich habe für den nächsten Doppelhaushalt eine Erhöhung der Mittel für die Notrufe um zehn Prozent beantragt."
Von (ll) |
10.10.2008
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Amberg
"Gut, dass es euch gibt"
Notruf für Frauen und Mädchen des SkF besteht seit 20 Jahren
In ihrem Festvortrag lobte die Ministerin auch die Tätigkeit der Ehrenamtlichen beim Notruf - in Amberg leisteten im Jahr 2007 etwa 34 von ihnen insgesamt 6509 Stunden Bereitschaft. Stewens: "Ohne diese freiwilligen Mitarbeiter könnte der Notruf nicht aufrechterhalten werden."
Sechs Frauen, die von der ersten Stunde an dabei waren, erhielten deshalb aus der Hand der stellvertretenden Ministerpräsidentin das "Ehrenzeichen des Ministerpräsidenten für im Ehrenamt tätige Männer und Frauen": Lydia Graf, Edeltraud Sandner, Hella Wismeth, Evelyn Lux, Ruth Pirzer und Ingeborg Laudenbach. Für die beiden Letztgenannten war es eine Dankurkunde des SkF, weil sie das Ehrenzeichen schon haben.
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