Ein Herbst wie im Bilderbuch. Doch er könnte auch im Geschichtsbuch landen. Denn diesmal beginnt nicht nur das Laub zu faulen, auch das liebe Geld droht zu vermodern, stinkt entgegen der Aussage eines römischen Kaisers ("Geld stinkt nicht") mittlerweile richtig zum Himmel. Eine dekadente Weltwirtschaft setzt zur Plünderung des Steuerzahlers an. Dessen Portmonee droht ein Stalingrad. Island steht vor dem Staatsbankrott, die USA und Deutschland schließen nicht aus, Pleite-Banken zu verstaatlichen.
Verstaatlichung, ein Wort, das den Gralshütern des Kapitalismus früher nie über die Lippen gekommen wäre. Wer hätte gedacht, dass sich fast 20 Jahre nach dem Zusammenbruch des Marxismus-Leninismus der Kapitalismus durch eine globale Banken- und Finanzkrise quasi entmaterialisiert. Feiern Marx, Lenin, Stalin, Breschnew, Che Guevara, Ho Chi Minh einen späten Sieg? Werden die Fischer-Chöre statt Volkslieder künftig nur noch die Internationale singen? So weit wird es sicher nicht kommen. Das Drehbuch der Apokalypse verschwindet irgendwann wieder in der Schublade.
Der Sargdeckel für den Kapitalismus steht noch einen Spalt offen, wenngleich es ziemlich gruftig riecht. Noch längere Zeit wird die bange Frage "Ist mein Erspartes sicher?" trotz Angela Merkels abenteuerlicher Notlüge eines staatlichen Garantieversprechens als großes Fragezeichen über der Republik stehen. Ehrlich gewesen wäre zu sagen, dass der Staat im Fall des Falles die Gelddruckmaschine anwirft - mit allen Folgen einer Inflation und späteren Währungsreform. Casino Royal eben.
Jetzt geht es darum, eine Weltwirtschaftskrise wie 1929 (damals mit Hitler als Ergebnis) abzuwenden. Politiker, wir setzen auf euch. Es bleibt uns nichts anderes übrig.
Appell von EZB-Chef Trichet - USA erwägen Verstaatlichung der Banken
(dpa/AFP) Der Kampf gegen die Folgen der Finanzkrise hat auch am Donnerstag Regierungen rund um den Globus in Atem gehalten. Die abgestimmte Zinssenkung vom Vortag und frische milliardenschwere Kapitalspritzen ließen die Börsen kalt: Die meisten Aktienmärkte in Asien, Europa und Amerika mussten erneut deutliche Verluste hinnehmen. mehr...
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Fast wäre der Prozess um den Einsturz der Eishalle in Bad Reichenhall ausgegangen wie das sprichwörtliche Hornberger Schießen - ohne Ergebnis im Sinne der Anklage, und damit ähnlich wie jener der Katastrophe von Kaprun. Gerade noch zu einer Bewährungsstrafe für den Statiker reichte es. Und selbst die dürfte umstritten sein. Das Gericht räumte dem "Im Zweifel für den Angeklagten" höchste Priorität ein.
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