Adler und Wiese kämpfen um Platz im deutschen Tor - Frings gegen Russen wohl Bankdrücker
Düsseldorf. (dpa) Schock für Joachim Löw, Vertrauen für René Adler: Nach einem folgenschweren Trainingsunfall von Robert Enke muss die deutsche Fußball-Nationalmannschaft mit einem Debütanten im Tor und reichlich Ungewissheit in den WM-Qualifikations-Hit gegen Russland gehen.
"Leider Gottes hat es sich gezeigt, dass die Verletzung doch ein bisschen schwerwiegender ist", sagte Teammanager Oliver Bierhoff am Donnerstag. Zunächst hatten die Verantwortlichen noch die vage Hoffnung, dass sich Enke beim geheimen Training "nur eine kleine Verrenkung" zugezogen hat. Doch eine Kernspintomographie brachte die bittere Diagnose: Kahnbeinbruch an der linken Hand und Ausfall für die Partie am Samstag (20.45 Uhr/ARD) .
"Es tut mir leid"
Joachim Löw wird die neue Nummer 1 am Freitag präsentieren. Der ausgewählte Torhüter wurde für die letzte Pressekonferenz vor dem Gruppen-Gipfel gegen die starken Russen angekündigt. "Wenn ich es wäre, würde ich mich riesig darüber freuen - ein Traum würde in Erfüllung gehen", sagte René Adler, der gegenüber Mitbewerber Tim Wiese als Favorit gilt. Am Donnerstag habe sich Löw noch nicht geäußert, "wer gegen Russland spielen wird", berichtete der 23 Jahre alte Leverkusener. Nach dem Handbruch von Robert Enke steht Adler vor dem ersten Länderspiel. "Es tut mir leid für Robert", betonte Adler.
Von (dpa) |
10.10.2008
| Netzcode: 1564627
Düsseldorf
Ein Bruch: Enke fällt lange aus
Adler und Wiese kämpfen um Platz im deutschen Tor - Frings gegen Russen wohl Bankdrücker
"Ich habe gleich gemerkt, dass es etwas Schlimmeres ist", erklärte Enke, der mit einer mindestens achtwöchigen Pause rechnet. Nach einer Untersuchung durch einen Handspezialisten entschieden sich die Ärzte für eine Operation. "Das ist unglücklich, nicht nur für ihn, sondern für die ganze Mannschaft", kommentierte der Berliner Arne Friedrich den Ausfall Enkes. Doch alle Spieler und die Führungsriege betonten sofort das große Vertrauen in die nachrückenden Adler (23) und Wiese (26). "Wir versuchen, das Beste daraus zu machen", sagte Torsten Frings.
Letztmals im Jahr 1954
Der letzte Torhüter, der in einem so wichtigen Länderspiel sein Debüt feierte, war Heinrich Kwiatkowski auf dem Weg zum WM-Titel 1954 in der Schweiz. Der Schlussmann von Borussia Dortmund wurde vom damaligen Bundestrainer Sepp Herberger bei der 3:8-Niederlage im Vorrundenspiel gegen Ungarn erstmals eingesetzt. "Ich mache mir keine Sorgen", betonte Manager Bierhoff. Er traut sowohl Adler als auch Wiese zu, gegen Russland "dem Druck standzuhalten". Adler hat mit Bayer erst vor kurzem ungute Erfahrung mit den Russen-Stars Andrej Arschawin und Pawel Pogrebnijak gemacht, die im Uefa-Pokal beim 4:1 von St. Petersburg in Leverkusen getroffen hatten.
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10.10.2008
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Ein Bruch: Enke fällt lange aus
Adler und Wiese kämpfen um Platz im deutschen Tor - Frings gegen Russen wohl Bankdrücker
Der Bundestrainer weihte am Donnerstag selbst seine Spieler nicht in die Pläne ein, in welcher personellen Besetzung er den Russen beikommen will. "Der Trainer hat mit noch niemanden geredet", verriet Routinier Frings, der nach seiner Verletzungspause erstmals seit dem EM-Finale im Sommer gegen Spanien (1:0) wieder dabei ist. Die ersten Trainingseindrücke deuteten allerdings darauf hin, dass der 77-malige Nationalspieler den Platz in der Startelf an Simon Rolfes abgeben muss. Er könne "nicht unbedingt" damit rechnen, von Anfang an dabei zu sein, verkündete Frings selbst. Doch so recht glauben will der Bremer an eine Rolle als Ersatzmann nicht.
"Nicht nur durch Reden"
Frings will um den Platz im zentralen Mittelfeld neben Kapitän Michael Ballack kämpfen und warb für sich: "Ich fühle mich richtig gut und bin gut drauf." In Richtung der nachdrängenden jüngeren Spieler sagte Frings: "Jeder der Verantwortung übernehmen will, ist herzlich willkommen. Da muss aber auch etwas kommen, nicht nur durch Reden."
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