Wunsiedel/München
Bärenpark sucht Investoren
Wunsiedel plant weiter großes Freigehege
Wunsiedel/München. (we/dpa) "Bruno" ist tot, aber in Wunsiedel soll der Braunbär eine neue Heimat finden. Die Suche nach einem Investor für den geplanten Bärenpark geht weiter. Im Jahr 2004 wurden die Idee für ein Gehege auf dem Hausberg "Luisenburg" geboren. Die Regierung von Oberfranken hat bereits grünes Licht für das Vorhaben auf dem 15 Hektar großen Areal im Fichtelgebirge gegeben.
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| Ums Eck gucken statt ums Eck gebracht werden: In Wunsiedel soll der Branbär nach Plänen der Stadt sicher sein. (Archivbild: dpa) |
Konkurrenz in Klingenthal
Wunsiedel wirbt mit einem voll erschlossenen Gelände mit authentischem Baum- und Felsbestand für das Projekt. Es solle ein Freizeit- und Erholungsort für Familien und ein naturnaher Lernort werden. Ein Tierexperte begleitet die Gestaltung. Die Zeit auf der Suche nach Investoren drängt: In Schöneck bei Klingenthal im Vogtland ist ein ähnliches Freigehege geplant. Nach Expertenmeinung sind zwei Bärenparks im Umkreis von nur rund 100 Kilometern kaum profitabel zu bewältigen.
Die Diskussion um den Tod von Braunbär "Bruno" geht unterdessen unvermindert weiter. Nach Expertenansicht war er sehr schnell tot. Bei einem Lungen- und Leberschuss verblute ein Tier in Sekundenschnelle, sagte Prof. Hans-Georg Liebich, Vorstand des Instituts für Tieranatomie der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität (LMU). "Er hat sicherlich nicht gelitten", sagte Liebich über die Erschießung von "JJ1", wie der aus Norditalien eingewanderte Braunbär offiziell heißt. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) forderte am Donnerstag ein europaweites Großwildmanagement zum Schutz von Wildtieren.
"Schüsse, die im Brustkorb landen - Herz- oder Lungenschüsse - sind innerhalb kürzester Zeit tödlich", sagte auch Eric Imm, Naturschutzreferent des Landesjagdverbandes Bayern. Wenn Projektile nicht gut träfen, liefen die schwerst verletzten Tiere vor dem Verenden oft in Panik noch hunderte Meter und müssten dann gesucht werden. "Eine Nachsuche war aber hier offensichtlich nicht notwendig."
Imm unterstrich, es habe sich beim Abschuss von "JJ1" um eine sicherheitspolitische Maßnahme gehandelt. "Das hat mit Jagd nichts zu tun." Dennoch seien beim Landesjagdverband bisher an die 2000 E-Mails und Briefe mit Beschimpfungen bis hin zu Morddrohungen eingegangen. Die Ansiedlung von Bären in Bayern ist nach Imms Ansicht ein Naturschutz- und kein Jagdthema. Auf die Ankunft eines möglichen neuen zottligen Zuwanderers aus Österreich oder Italien müsse sich der Freistaat vorbereiten.
"Bruno" tiefgefroren
Das ausgestopfte Fell von "Bruno" soll in einem Museum ausgestellt werden, das Knochenskelett wie auch die Organe nach Angaben des Landesumweltministeriums wissenschaftlichen Einrichtungen als Lehrobjekte überlassen werden. "Bis der Bär als Präparat zu sehen ist, wird allerdings mehr als ein Vierteljahr vergehen", sagte Prof. Hans-Georg Liebich. Derzeit werde "Bruno" tiefgefroren aufbewahrt, um seine Verwesung zu verhindern.



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